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Zitrone

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Zitrone

Zitrone ist mein Frische-Werkzeug: Ein paar Tropfen Saft heben eine Sauce, der Abrieb parfümiert Teige, Marinaden und die klassische Gremolata. Hier findest du meine Rezepte mit Zitrone und die Handgriffe für Saft und Schale.

Einkauf: woran du gute Zitronen erkennst

Einkauf: Bio für die Schale

Sobald du die Schale verwenden willst, nimm unbehandelte Bio-Zitronen, nur deren Schale gehört ins Essen. Pralle, schwere Früchte bringen den meisten Saft. Vor dem Pressen rolle ich die Zitrone mit leichtem Druck über das Brett, so gibt sie den Saft leichter her.

Frische Zitronen sind durch nichts zu ersetzen, Saft aus der Flasche nehme ich nicht. Eine Zitrone ist dabei nicht wie die andere, mal saurer, mal milder. Deshalb taste ich mich beim Abschmecken heran, statt stur einem Maß zu folgen. Für Ceviche nehme ich statt Zitrone Limetten, ihr Säuregehalt ist hoch.

Unbehandelt, gewachst, Bio

Das Wort „unbehandelt“ bedeutet nur, dass die Schale nach der Ernte nicht mit Konservierungsstoffen oder Wachs behandelt wurde. Konventionelle Zitronen dürfen nach der Ernte konserviert und gewachst werden, dann steht „konserviert“ oder „gewachst“ auf dem Schild. Solche Schale gehört nicht ins Essen. Bei Bio-Zitronen sind Konservierungsstoffe nach der Ernte verboten. Ich empfehle dir, auch die Bio-Zitrone vor dem Abreiben gründlich mit heißem Wasser zu waschen und mit einem Küchentuch trocken zu reiben.

Lagerung und Haltbarkeit

Am besten lagerst du Zitronen kühl, trocken und luftig bei etwa 10 bis 15 °C, zum Beispiel im Keller oder in der Speisekammer. Im Kühlschrank ist es ihnen zu kalt, dort verlieren sie Aroma. Leg die Früchte nicht eng aneinander und schau regelmäßig nach: Zitronen schimmeln leicht, und der Schimmel geht schnell auf die Nachbarn über. So gelagert halten sie mehrere Wochen.

Saison

Zitronen bekommst du das ganze Jahr, die Hochsaison für Zitrusfrüchte ist aber der Winter.

Vorbereiten: Schale, Saft und Filets

Abrieb und Gremolata

Beim Abreiben nur das Gelbe der Schale nehmen, die weiße Haut darunter schmeckt bitter. Mein Klassiker mit Zitronenschale ist die Gremolata aus fein gehackter glatter Petersilie, Zitronenschale und Knoblauch, die erst kurz vor dem Servieren über das Gericht kommt. Klassisch findest du sie beim Ossobuco. Für Fisch und Meeresfrüchte schmeckt sie auch mit Limette, für sommerliche Gerichte sorgen etwas Minze oder Basilikum für eine frische Note.

Schale oder Saft

Der Duft der Zitrone sitzt in der Schale. Fein abgeriebene Zitronenschale bringt das ätherische Öl mit, in dem das eigentliche Aroma steckt, der Saft bringt die Säure. In eine Kräutermarinade für Hähnchen vom Grill kommt bei mir deshalb nur der feine Abrieb, kein Saft: Das ist der ganze Unterschied zwischen aromatisch und sauer. In einer Creme für Kuchen nehme ich beides, der Abrieb bringt das Zitronenaroma, der Saft die Säure, und zusammen machen sie die Creme frisch statt nur süß.

Zitronenfilets schneiden

Für Filets schneide ich zuerst beide Enden der Zitrone ab, damit sie stabil auf dem Brett liegt. Dann schneide ich die Schale und alle Reste der weißen Schicht ab, bis nur die reine Frucht übrig bleibt, und löse die Filets heraus. Ich schneide sie immer frisch, damit sie ihr volles Aroma behalten. Schritt für Schritt zeige ich das in der Kochschule Zitronenfilets schneiden.

Zitronenwasser für Obst, Gemüse und Pilze

Aufgeschnittene Äpfel und Quitten sowie geschälte Schwarzwurzeln lege ich sofort in kaltes Zitronenwasser, damit sie nicht braun werden. Stark verschmutzte Pilze wasche ich in kaltem Wasser mit Mehl und Zitronensaft: Der Zitronensaft löst den Schmutz, das Mehl bindet ihn.

In der Küche: Zitrone zum Schluss

Nicht mitkochen

Beim Zitronenrisotto gebe ich Saft und Schale erst zum Schluss dazu. Würde die Zitrone mitkochen, verlöre sie ihr frisches Aroma und die Säure würde flach. In die Bolognese reibe ich die Schale fein in die heiße, fertige Soße, nicht in die kochende, rühre einmal um und lasse sie 3 bis 4 Minuten ziehen. Wenig reicht: Für 500 g Hackfleisch nehme ich den Abrieb einer halben Zitrone.

Helle Säure statt Essig

Die Zitrone bringt eine helle, klare Säure mit, die nicht sticht, sondern erfrischt. Im Gazpacho nehme ich statt Essig lieber einen Spritzer Zitronensaft, das schmeckt milder und weniger stechend. Für mein Zitronendressing rechne ich auf einen Teil Säure etwa zwei Teile Öl, also auf den Saft einer Zitrone rund 6 Esslöffel gutes Olivenöl. Ein mildes, fruchtiges Olivenöl trägt die Zitrone, ein Teelöffel Honig nimmt ihr die Spitze, ohne süß zu schmecken.

Wann ich auf Zitrone verzichte

Beim Braten von Zanderfilet verzichte ich auf Zitronensaft, weil die Säure die Bildung einer knusprigen Haut stört. Zum Wiener Schnitzel kommt die Zitrone erst am Tisch aufs Fleisch, damit die Panade knusprig bleibt. Und zu Trüffel lasse ich Saft und Schale weg, die Säure beißt sich mit dem Trüffelaroma.

Wofür ich Zitrone nehme

Zitronenschale gehört bei mir in viele Schmorgerichte: ins Kalbsrahmgulasch, wo Zitrone und Rahm die feine, frische Note geben, ins Lammgulasch und ins Wildschweingulasch, wo sie die kräftige Wildnote auffängt. Mein Zitronenrisotto schmeckt mit gebratenem Fisch, mit Garnelen oder vegetarisch mit Zucchini. Zu Fisch und Geflügel passt eine cremige Zitronensauce, in die ich gern ein paar Zitronenfilets gebe. Beim Zitronenkuchen reibe ich die Schale von drei Bio-Zitronen fein ab und presse den Saft dazu. Und getrocknete Kräuter wie Thymian oder Oregano wecke ich in etwas Zitronensaft auf, dann schmecken sie fast wie frisch.

Herkunft: vor allem aus Spanien

Zitronen werden bei uns nicht im Erwerbsanbau gezogen, fast alle kommen aus den Mittelmeerländern. Knapp drei Viertel der eingeführten Zitronen stammen aus Spanien.

Häufige Fragen zu Zitrone

Warum Bio-Zitronen?

Weil die Schale mitverwendet wird. Sobald Abrieb ins Essen kommt, nehme ich unbehandelte Bio-Zitronen, nur deren Schale gehört ins Essen.

Was heißt „unbehandelt“ bei Zitronen?

Nur, dass die Schale nach der Ernte nicht konserviert oder gewachst wurde. Behandelte Zitronen tragen den Hinweis „konserviert“ oder „gewachst“, ihre Schale gehört nicht ins Essen. Für Abrieb nehme ich Bio-Zitronen und wasche sie vorher heiss ab.

Warum schmeckt Zitronenabrieb bitter?

Weil beim Abreiben die weiße Haut unter der Schale mitgekommen ist. Die macht Soße und Suppe bitter. Ich reibe deshalb nur das Gelbe der Schale ab, am Besten mit einer feinen Reibe.

Wann gebe ich Zitrone ins Gericht?

Meist zum Schluss. Im Risotto kommen Saft und Schale erst am Ende dazu, in die Bolognese reibe ich die Schale in die fertige, heiße Soße. Mitgekocht verliert die Zitrone ihr frisches Aroma, und die Säure wird flach.

Zitronenschale oder Zitronensaft?

Die Schale bringt das Aroma, der Saft die Säure. Für eine Marinade, die aromatisch und nicht sauer schmecken soll, nehme ich nur den Abrieb. Für Dressings und Cremes nehme ich beides.

Wie lagere ich Zitronen richtig?

Kühl, trocken und luftig bei etwa 10 bis 15 °C, nicht im Kühlschrank, dort verlieren sie Aroma. Die Früchte nicht eng aneinanderlegen und regelmäßig auf Schimmel prüfen, dann halten sie mehrere Wochen.

Wie bekomme ich mehr Saft aus der Zitrone?

Pralle, schwere Früchte bringen den meisten Saft. Vor dem Pressen rolle ich die Zitrone mit leichtem Druck über das Brett, so gibt sie den Saft leichter her.

Zitrone oder Essig im Salat?

Für frische, leichte Salate nehme ich gern Zitrone. Sie bringt eine helle, klare Säure, die nicht sticht. Bei vollreifen Tomaten genügt etwas Zitronensaft statt Essig, und beim Kichererbsensalat schmeckt man am Ende die Zitrone, nicht den Essig.

Herzhaft mit Zitrone

Süß und erfrischend

Mein schnellstes Zitrone-Rezept für zwischendurch

Gremolata

Gremolata

🕒 10 Minuten  ·  2 Portionen  ·  3 Zutaten  ·  2 Schritte

Zutaten

  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Abrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Knoblauchzehe

Zubereitung

  1. Petersilie fein hacken, Knoblauchzehe mit dem scharfen Messer fein schneiden und mit etwas Salz zur Paste reiben, Zitronenschale fein abreiben.
  2. Alles vermengen und erst kurz vor dem Servieren über das Gericht geben.
Tipp vom Koch: Für Fisch und Meeresfrüchte schmeckt die Gremolata auch mit Limette, im Sommer sorgen Minze oder Basilikum für eine frische Note.

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