Warenkunde vom KochZu den Rezepten

Warenkunde

Zucchini

Aktualisiert am

Drei Zucchini auf einem Holzbrett, zwei der Länge nach halbiert mit sichtbarem Kerngehäuse in der Mitte.

Zucchini gehören für mich zu den dankbarsten Gemüsen in der Küche: Du kannst sie roh hauchdünn hobeln, in der Pfanne braten, grillen oder im Ofen garen. Ich verwende am liebsten nur junge oder mittelgroße Zucchini, weil sie fein und mild schmecken. Hier zeige ich dir, worauf ich beim Einkauf achte und wie du das Beste aus dem Sommergemüse herausholst.

Sorten: grün, gelb, rund und die Blüten

Zucchini gibt es nicht nur dunkelgrün und länglich. Im Handel und auf dem Markt findest du auch gelbe, hellgrüne und gestreifte Früchte, dazu kleine runde Zucchini. Auch die Blüten sind essbar. Die männlichen Blüten erkennst du am längeren Stiel, sie bilden keine Frucht aus.

Einkauf: woran du gute Zucchini erkennst

Welche Zucchini ich kaufe

Ich verwende am liebsten nur junge oder mittelgroße Zucchini. Große Zucchini sind zwar eine tolle Garten-Trophäe, schmecken aber meist bitter, deshalb lasse ich sie liegen. Beim Einkauf achte ich auf feste Früchte mit glatter, glänzender Haut ohne Druckstellen. Je kleiner die Zucchini, desto feiner das Fruchtfleisch und desto weniger Kerne. Schmeckt eine Zucchini deutlich bitter, sortiere ich sie aus, das ist für mich ein klares Geschmacks-Ausschlusskriterium.

Bittere Zucchini nicht verwenden

Um einen Mythos räume ich gleich auf: Eine bittere Zucchini kann man nicht retten, indem man die Bitterstoffe wegschneidet. Manche Zucchini, vor allem aus dem eigenen Garten oder von Kreuzungen, schmecken deutlich bitter. Meine Regel ist deshalb einfach: Ich probiere ein kleines Stück roh. Schmeckt die Probe deutlich bitter, verwende ich die Zucchini nicht. Lieber eine Zucchini wegwerfen als ein ganzes Gericht verderben.

Lagerung und Haltbarkeit

Gelagert wird die Zucchini am Besten kühl, aber nicht eiskalt, im Gemüsefach hält sie einige Tage. Zucchinigemüse lässt sich gut vorbereiten. Als Antipasti eingelegt hält sie länger: Kurz gegrillte, dickere Scheiben in sauberen Gläsern halten über vier Wochen.

Nicht zu kalt, nicht neben Tomaten

Zucchini sind kälteempfindlich, am wohlsten fühlen sie sich bei etwa 8 bis 10 °C. Für die längere Lagerung ist der Kühlschrank deshalb zu kalt, für ein paar Tage im Gemüsefach geht es. Ich empfehle dir, Zucchini nicht neben Tomaten oder Äpfel zu legen: Die geben das Reifegas Ethylen ab, und die Zucchini verdirbt schneller.

Saison

Saison
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Deutsche Freiland-Saison Juni bis Oktober.

Vorbereiten: Kerngehäuse und Schnitt

Bei großen Zucchini das Kerngehäuse heraus

In der Mitte einer Zucchini sitzt ein weiches, schwammiges Kerngehäuse, und genau das gibt beim Garen am meisten Wasser ab. Bei kleinen, festen Zucchini ist es kaum der Rede wert, ihre Kerne sind zart. Je größer die Zucchini wird, desto größer und schwammiger wird dieser Kern. Deshalb schneide ich bei größeren Zucchini das Kerngehäuse fast immer heraus: der Länge nach vierteln und das Innere mit den Kernen mit dem Messer herausschneiden. Scheiben aus der ganzen Zucchini mache ich nur bei kleinen Exemplaren.

Schälen? Meist nicht nötig

Junge und mittelgroße Zucchini musst du nicht schälen, die Schale ist essbar. Mit Schale schmeckt die Zucchini aromatischer und zerfällt beim Garen nicht so schnell. Gründlich waschen und die Enden abschneiden genügt. Bei einer sehr großen, älteren Zucchini kann die Schale hart sein, dann empfehle ich dir, sie zu schälen.

Schneiden: Scheiben, Halbmonde, Würfel

Wie ich die Zucchini schneide, hängt davon ab, was daraus werden soll. Scheiben nehme ich, wenn ich brate und Röstaromen will. Runde Zucchini schneide ich in Halbmonde, längliche in Scheiben, Stifte oder Rauten. Welche Form auch immer: Ich schneide gleichmäßig und nicht zu dünn, denn zu dünn geschnittene Zucchini fällt beim Braten in sich zusammen. Im Ofen und in der Gemüsepfanne schneide ich Zucchini größer als festes Gemüse wie Karotten, weil sie schneller weich wird.

Garen: heiß, in einer Lage, Salz zum Schluss

Roh oder gegart

Roh kommen Zucchini bei mir hauchdünn gehobelt auf den Tisch, als Carpaccio oder mariniert im Salat. Für eine besonders feine Variante vom Zucchini-Carpaccio verwende einfach Fleur de Sel und hochwertiges Olivenöl. Gegart mag ich Zucchini scharf in der Pfanne angebraten, vom Grill oder aus dem Ofen. Wichtig ist in jedem Fall: nicht zu lange garen, sonst werden die Scheiben weich und wässrig. Kurz und heiß gegart behalten sie Biss und Geschmack.

Warum Zucchini wässrig wird

Die Zucchini besteht zu einem großen Teil aus Wasser, und dieses Wasser ist ihr Hauptproblem am Herd. Ich brate sie deshalb bei kräftiger Temperatur und in einer Lage, nicht im Berg, bei viel Menge in zwei Durchgängen. Gesalzen wird erst, wenn die Zucchini Farbe hat. Das ist der Unterschied zwischen brauner, aromatischer Zucchini und blasser, weicher Masse. Meine Regel: Heiße Pfanne, eine Lage, Salz erst nach der Farbe.

Zucchini im Gericht

Weil sie schnell gar ist, kommt die Zucchini in Minestrone und Gemüserisotto erst zum Schluss dazu, dann bleiben Farbe und Biss erhalten. In der Gnocchipfanne brate ich die Würfel seperat scharf an, bis sie an den Kanten bräunen, und hebe sie erst am Ende unter. Für die Lasagne brate ich wasserreiches Gemüse wie Zucchini vorher an. Fürs Ratatouille blanchiere ich die Zucchiniwürfel bissfest und gebe sie rasch in Eiswasser, nur so bleiben Farbe und Gargrad erhalten.

Wofür ich Zucchini nehme

Mein liebstes Sommergemüse sind gebratene Zucchinischeiben, mariniert mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und gutem Olivenöl, dazu etwas Essig, lauwarm oder kalt serviert. Dasselbe Prinzip steckt in meinen Zucchini Antipasti, bei denen die gebratenen Scheiben eingelegt werden. Als schnelle, warme Beilage zu Sauerbraten, Roulade oder kurz gebratenem Fleisch koche ich Zucchinigemüse. Zucchini ist mild und nimmt an, was man ihr gibt, deshalb entscheidet die Würzung über den Teller. Thymian ist der Kräuter-Klassiker zur Zucchini, frische Kräuter gebe ich erst gegen Ende dazu. Roh hoble ich sie hauchdünn fürs Carpaccio und mariniere sie mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker.

Häufige Fragen zu Zucchini

Wie verarbeite ich Zucchini?

Waschen, beide Enden abschneiden und gleichmäßig schneiden, je nach Gericht in Scheiben, Halbmonde oder Würfel. Bei großen Zucchini vorher das Kerngehäuse herausschneiden. Dann heiß und in einer Lage braten und erst zum Schluss salzen.

Muss man Zucchini schälen?

Nein, junge und mittelgroße Zucchini werden mit Schale verarbeitet, nur gründlich waschen und die Enden abschneiden. Mit Schale behält die Zucchini beim Garen besser ihre Form. Bei sehr großen, älteren Exemplaren kann die Schale hart sein, dann schälst du sie.

Muss man die Kerne der Zucchini entfernen?

Bei kleinen, frischen Zucchini nicht, die Kerne sind zart. Bei großen Zucchini mit ausgeprägtem Kerngehäuse schneide ich die Kerne heraus, sie geben beim Garen viel Wasser ab.

Was mache ich mit großen Zucchini?

Große Zucchini schmecken meist bitter, deshalb probiere ich vorher ein Stück roh. Schmeckt sie deutlich bitter, lasse ich sie liegen. Ist sie in Ordnung, schneide ich das schwammige Kerngehäuse heraus und verarbeite nur das feste Fruchtfleisch, zum Beispiel in Würfeln.

Warum wird meine Zucchini wässrig?

Zu wenig Hitze, zu viel auf einmal in der Pfanne, zu früh gesalzen oder zu lange gegart. Brate die Zucchini bei kräftiger Hitze in einer Lage, salze erst nach der Farbe und schneide bei großen Exemplaren das Kerngehäuse heraus.

Was tun, wenn Zucchini bitter schmeckt?

Nicht verwenden. Bitterkeit lässt sich nicht wegschneiden. Ich probiere deshalb ein kleines Stück roh, bevor die Zucchini ins Gericht kommt, und sortiere eine deutlich bittere aus.

Kann man Zucchini roh essen?

Ja. Roh kommen Zucchini bei mir hauchdünn gehobelt auf den Tisch, als Carpaccio oder mariniert im Salat. Voraussetzung ist, dass die rohe Probe nicht bitter schmeckt.

Wie gelingt Zucchini im Ofen?

Ich schneide die Zucchini für Ofengemüse in größere Stücke als festes Gemüse wie Kartoffeln und Karotten, weil sie schneller weich wird. Auch hier gilt: nicht zu lange garen, sonst wird sie weich und wässrig.

Zucchini aus meiner Küche

Gemüseküche mit Zucchini

Mein schnellstes Zucchini-Rezept für zwischendurch

Zucchini-Carpaccio

Zucchini-Carpaccio

🕒 10 Minuten  ·  2 Portionen  ·  5 Zutaten  ·  2 Schritte

Zutaten

  • 2 junge Zucchini
  • Fleur de Sel
  • hochwertiges Olivenöl
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle (optional)
  • einige Spritzer Zitronensaft (optional, sparsam)

Zubereitung

  1. Junge Zucchini waschen, trocken tupfen und mit dem Hobel in hauchdünne Scheiben schneiden, die Scheiben überlappend auf Tellern anrichten.
  2. Mit Fleur de Sel und hochwertigem Olivenöl marinieren, nach Belieben sparsam mit Pfeffer und wenigen Spritzern Zitronensaft abschmecken und sofort servieren.
Tipp vom Koch: Schnell marinieren und flott servieren, damit der frische Geschmack erhalten bleibt.

Noch keine Bewertung

Wie hat es dir geschmeckt?

Weitere Zutaten im Lexikon

Neue Rezepte und Küchenwissen direkt von mir: Kochideen-Newsletter bestellen