Butter ist für mich Geschmacksträger Nummer eins, vom Anschwitzen bis zur Nussbutter. Seit längerer Zeit bin ich ein Fan der irischen Butter und natürlich der Butter aus meinem Heimatland Bayern. Hier zeige ich dir meine Butter-Rezepte und die wichtigsten Handgriffe.
Butter, Butterschmalz, Ghee und Nussbutter
Butter ist ein sehr guter Geschmacksträger. Welche ich nehme, hängt davon ab, was sie leisten soll: frisch aufs Brot, kalt in die Soße oder geklärt in die heiße Pfanne. Süßrahmbutter und Sauerrahmbutter setzen dabei unterschiedliche Akzente.
Für die Brotzeit nehme ich am liebsten französische Rohmilchbutter, von Natur aus gesalzen. Sie wird aus nicht erhitzter Milch hergestellt und behält dadurch mehr Aromastoffe als pasteurisierte Industriebutter. Wer keine zur Hand hat, nimmt eine gute deutsche Markenbutter und gibt eine Prise Fleur de Sel obendrauf.
Butterschmalz ist geklärte Butter: reines Butterfett, aus dem Wasser und Eiweiß abgetrennt wurden. Genau diese beiden Bestandteile machen frische Butter hitzeempfindlich. Butterschmalz schmeckt nach Butter, deutlich milder und angenehm süßlich, und hält trotzdem die Hitze aus, im Waffeleisen bis etwa 200 °C.
Ghee stammt aus der indischen Küche. Im Unterschied zu Butterschmalz lässt du die Butter bewusst sehr lange köcheln, dadurch wird das Ghee süßlicher und leicht nussig im Geschmack. In Nepal haben wir das Butterfett am Abend über dem Feuer 1,5 Stunden langsam gekocht.
Nussbutter, in der Küche auch beurre noisette genannt, ist gebräunte Butter mit fein nussigem Aroma. Die Butter wird erhitzt, bis das Milcheiweiß goldbraun wird und sie nussig duftet, dann gieße ich sie durch ein Sieb.
Süßrahmbutter entsteht aus ungesäuertem Rahm und schmeckt sahnig-mild. Für Sauerrahmbutter bekommt der Rahm Milchsäurekulturen und reift einige Stunden, bevor er gebuttert wird, sie schmeckt säuerlich-aromatisch. Mildgesäuerte Butter liegt dazwischen: Hier kommen die Milchsäurekulturen erst nach dem Buttern dazu, sie schmeckt leicht säuerlich.
Einkauf: woran du gute Butter erkennst
Beim Einkauf schaue ich auf die Handelsklasse. Deutsche Markenbutter ist die höchste Stufe, sie wird aus pasteurisiertem Rahm hergestellt und muss bei Aussehen, Geschmack und Konsistenz strengere Anforderungen erfüllen als Deutsche Molkereibutter.
Lagerung und Haltbarkeit
Frische Butter bleibt bei mir im Kühlschrank, bis ich sie brauche. Selbst gekochtes Butterschmalz und Nussbutter halten sich gekühlt im Schraubglas mehrere Monate. Aus 250 g Butter werden dabei etwa 150 bis 180 g Butterfett. Kräuterbutter und Bärlauchbutter lassen sich gut einfrieren: bei Bedarf antauen und die gewünschte Menge abschneiden. Meine Trüffelbutter hält im Kühlschrank verschlossen etwa 2 bis 3 Wochen, gut verpackt eingefroren rund 4 Wochen. Aufgeschäumte Butter dagegen bereite ich immer frisch zu, beim Aufwärmen und beim Einfrieren verliert sie ihre Struktur.
Am besten bewahrst du Butter gut verschlossen im Kühlschrank auf, etwa in einer Butterdose, denn sie nimmt schnell Gerüche aus der Umgebung an. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, werfe ich sie nicht gleich weg: Sieht, riecht und schmeckt sie normal, hält sie im Kühlschrank noch einige Wochen. Frische Butter lässt sich gut einfrieren und hält so mehrere Monate. Ich empfehle dir, sie vorher zu portionieren und luftdicht zu verpacken, dann taust du nur so viel auf, wie du brauchst.
Vorbereiten: kalt oder weich
Für Rührteig, Waffeln und Würzbutter muss die Butter weich und zimmerwarm sein. Kalte Butter verteilt sich nicht und bleibt in Flocken im Teig. Ich nehme sie deshalb rechtzeitig heraus: für den Kuchen eine halbe Stunde vorher, für Obatzda etwa eine Stunde, für Kräuterbutter zwei Stunden. Auch aufs Brot kommt sie temperiert, sonst steht sie dort wie eine Mauer.
Butter besteht aus Fett und Wasser, und diese beiden halten nur zusammen, solange sie kalt ist. Deshalb liegt die Butter fürs Kartoffelpüree bei mir bis zuletzt im Kühlschrank, sie schmilzt langsam ein und macht es cremig. Beim Risotto rühre ich zum Schluss kalte Butter und Parmesan ein, kalt eingerührt bindet sie besser, als wenn sie vorher zerläuft. Und Suppen mixe ich mit eiskalter Butter schaumig auf.
Montieren heißt, kalte Butter in eine heiße Soße einzurühren oder einzumixen. Ein kaltes Stück Butter zum Schluss bindet sanft und macht die Soße samtig und glänzend. Mehr Fachbegriffe aus der Soßenküche findest du in meiner Kochschule Soßen zubereiten.
Garen: aufschäumen, nie verbrennen
Butter bringt Geschmack, verträgt aber keine hohe Hitze, das Milcheiweiß bräunt schnell und wird bitter. Zum sanften Anschwitzen und Schwenken ist Butter ideal, für kräftige Röstaromen nehme ich geklärte Butter: Wie du Butterschmalz selbst herstellst, zeige ich dir im eigenen Rezept. Und aus leicht gebräunter Butter entsteht die Nussbutter, mein liebster Geschmacksverstärker für Gemüse und Fisch.
Die Butter darf in der heißen Pfanne aufschäumen, das ist der Moment, in dem sie so weit ist. Für Rührei und Spiegelei soll sie nur schmelzen und höchstens leicht schäumen, aber nicht braun werden. Ist die Pfanne zu heiss, wird die Butter braun oder verbrennt, und verbrannte Butter schmeckt bitter.
Pilze brate ich zuerst in Öl, bis die Flächen Farbe haben, die Butter kommt erst zum Schluss dazu. Zu früh gegeben verbrennt sie, bevor die Schnittfläche kross ist. Zuletzt ein Stück Butter in die heiße Pfanne, aufschäumen lassen und die Kartoffeln darin schwenken: So nehmen sie den Buttergeschmack auf. Beim Steak gebe ich die Butter am Ende der Bratzeit mit Tymian und Knoblauch in die Pfanne, lasse sie aufschäumen und gieße sie mit dem Löffel mehrmals über das Fleisch. Das nennt man arrosieren.
Du brauchst frische Butter, einen Topf und ein feines Haarsieb. Die Butter köchelt, bis Wasser und Eiweiß sich abtrennen, dann gießt du das reine Butterfett durch das Sieb. Ist die Temperatur zu hoch, röstest du das Eiweiß, und es entsteht Nussbutter. Für herzhafte Gerichte ist Vorsicht geboten: Ein Wiener Schnitzel, das rein in Butterschmalz ausgebacken wird, gerät sehr süßlich im Geschmack.
Wofür ich Butter nehme
Aufgeschäumte Butter ist bei mir der letzte Schliff: Breite Nudeln, Spätzle und Knödelscheiben schwenke ich darin, gekochtes Gemüse bekommt Salz, Pfeffer und Muskat dazu. Ein kalter Klecks Würzbutter auf heißem Fleisch schmilzt langsam und legt sich als aromatischer Film darüber. Für die Knoblauchbutter verrühre ich weiche Butter mit Knoblauch, Zitronenschale, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer und forme sie in Backpapier zur Rolle. Die Trüffelbutter zeigt ihre Stärke dort, wo sie kurz vor dem Servieren zergeht, auf Steak, Risotto, Pasta oder Eierspeisen.
Besonders gerne verwende ich im Sommer Fleur-de-Sel-Butter: Die Blume des Salzes verrühre ich mit der weichen Butter und ergänze ganz wenig weißen Pfeffer und Cayennepfeffer. Diese Butter schmeckt zum Grillfleisch, zu Fisch und zu Gemüse, außerdem auf dem frisch und selbst gebackenen Körnerbrot, mein Rezept dazu findest du im Kochclub. Sie ist die beste Basis für weitere Ableitungen wie Pfefferbutter.
Häufige Fragen zu Butter
Kann man mit Butter braten?
Zum sanften Anschwitzen und Schwenken ja, für kräftige Röstaromen nicht. Frische Butter verträgt keine hohe Hitze, das Milcheiweiß bräunt schnell und wird bitter. Ich brate deshalb in Öl oder Butterschmalz an und gebe frische Butter erst zum Schluss dazu.
Wie mache ich Butterschmalz selber?
Frische Butter in einem Topf köcheln lassen, bis Wasser und Eiweiß sich abtrennen, und das reine Butterfett durch ein feines Haarsieb gießen. Aus 250 g Butter werden etwa 150 bis 180 g Butterschmalz. Gekühlt im Schraubglas hält es mehrere Monate.
Was ist der Unterschied zwischen Butterschmalz und Ghee?
Beides ist geklärte Butter. Für Ghee köchelt die Butter bewusst sehr lange, dadurch schmeckt es süßlicher und leicht nussig, noch süßlicher als Butterschmalz.
Wie mache ich Salzbutter selber?
Ich verrühre weiche Butter mit Fleur de Sel und ergänze ganz wenig weißen Pfeffer und Cayennepfeffer. Aufs Brot reicht auch eine Prise Fleur de Sel über temperierter Butter.
Was ist Nussbutter?
Gebräunte Butter mit nussigem Aroma, auch beurre noisette genannt. Die Butter wird erhitzt, bis das Milcheiweiß goldbraun ist und sie nussig duftet, dann wird sie durch ein Sieb gegossen. Sie passt zu Fisch, Gemüse und Spargel.
Kann man Butter einfrieren?
Ja. Portioniert und luftdicht verpackt hält frische Butter im Gefrierfach mehrere Monate. Im Kühlschrank bewahre ich sie gut verschlossen auf, weil sie sonst Gerüche annimmt.
Was bedeutet Butter montieren?
Kalte Butter wird in eine heiße Soße eingerührt oder eingemixt. Das bindet sanft und gibt der Soße Glanz und eine samtige Konsistenz.
Warum kalte Butter ins Püree?
Butter besteht aus Fett und Wasser, die nur zusammenhalten, solange sie kalt ist. Die kalte Butter schmilzt im heißen Püree langsam ein und macht es cremig, dazu kommt die Milch heiß.
Butter in der Hauptrolle






Mein schnellstes Butter-Rezept für zwischendurch

Fleur-de-Sel-Butter
Zutaten
- 250 g weiche Butter
- 1 TL Fleur de Sel
- 1 Prise weißer Pfeffer
- 1 Prise Cayennepfeffer
Zubereitung
- Butter zimmerwarm werden lassen und glatt rühren.
- Fleur de Sel, weißen Pfeffer und Cayennepfeffer einrühren, kurz kalt stellen und zu Grillfleisch, Fisch oder Gemüse servieren.
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