Gurke ist für mich das Sommergemüse für den schnellen Frische-Kick: als Salat, kalte Suppe oder knackige Beilage zum Grillen. Der wichtigste Kniff aus meiner Küche betrifft das Timing beim Marinieren. Hier zeige ich dir, worauf ich achte, und meine Rezepte mit Gurke.
Salatgurke, Mini-Gurke, Snack-Gurke
Die Wahl der Gurke ist meine erste Entscheidung. Kleine Gurken schmecken aromatischer als die großen, wässrigen, die feinsten sind für mich Mini-Gurken oder Snack-Gurken. In meinen Rezepten für Tsatsiki, Gazpacho und Gurken-Kartoffelsalat steht die Salatgurke.
Die Salatgurke, auch Schlangengurke genannt, ist die lange, schlanke Gurke aus dem Supermarkt, die meist im Gewächshaus wächst. Sie ist für die rohe Küche gedacht. Die Schmorgurke ist kürzer und dicker und hat festes Fruchtfleisch, das beim Garen nicht so schnell zerfällt. Sie wird geschält und entkernt und dann geschmort oder gekocht.
Einkauf und Vorbereitung
Beim Einkauf achte ich auf feste Gurken mit straffer, dunkelgrüner Haut, weiche Enden sind ein Zeichen für Lagerware. Ob du die Schale dran lässt, ist eine Frage von Gericht und Optik: Mit Schale bleibt die Gurke im Salat stabiler und kräftiger im Geschmack, geschält wirkt sie feiner, etwa für eine kalte Suppe. Fürs Hobeln nehme ich einen Gemüsehobel oder ein sehr scharfes Messer, gleichmässig dünne Scheiben nehmen die Marinade am Besten an. Für Würfel, etwa im Kartoffelsalat, schneide ich die Gurke lieber etwas gröber, dann behält sie Biss.
Lagerung und Haltbarkeit
Gurken sind kälteempfindlich. Unter 12 °C werden sie weich und wässrig, der Kühlschrank ist deshalb nicht der richtige Platz. Am besten lagerst du sie an einem kühlen, dunklen Ort bei 12 bis 15 °C, etwa in der Speisekammer oder im Keller.
Tomaten und Äpfel geben das Reifegas Ethylen ab, und darauf reagieren Gurken empfindlich: Sie werden schneller weich. Ich lege Gurken deshalb nie direkt neben Tomaten oder Äpfel.
Saison
Deutsche Freiland- und Gewächshausgurken haben von Mai bis September Saison.
Vorbereiten: Ende, Kerne und Schnitt
Bei großen Gurken schneide ich zuerst das dünne Ende ab, dort sitzt oft die Bitterkeit.
Die Gurkenkerne sind flach, weiß und kaum bemerkbar, trotzdem wird die Gurke in manchen Rezepten ausgehöhlt. Dafür halbierst du sie der Länge nach und schabst die Kerne mit einem Löffel heraus, übrig bleibt das feste Fruchtfleisch. So entferne ich beim Tsatsiki die wässrigen Kerne, für den Kichererbsensalat schäle und entkerne ich die Gurke, bevor ich sie fein hoble, und als Einlage in der kalten Gurkensuppe nehme ich Gurkenwürfel ohne Kerne.
Wie ich die Gurke schneide, wirkt sich spürbar auf Optik und Mundgefühl aus: Scheiben, Halbmonde, Stifte oder Würfel, von dünnen Scheiben bis zu Würfeln für die asiatische Variante. Schneiden lässt sich die Gurke mit einem scharfen Messer oder mit dem Hobel.
Für das Tsatsiki schäle ich die Salatgurke, halbiere sie und entferne die wässrigen Kerne mit dem Löffel. Dann reibe ich sie, salze sie, lasse sie 10 Minuten ziehen und drücke sie mit den Händen oder in einem Tuch kräftig aus, sonst wird die Sauce wässrig. Erst danach kommt sie zu Joghurt und Knoblauch. So mache ich es beim Gyros.
In der Küche: Marinieren, Dressing, kalte Suppe
Wenn du die Gurken erst kurz vor dem Servieren marinierst, entfällt das Salzen und Ziehenlassen komplett. Du kannst die Gurken dann kräftiger würzen, und sie kommen besonders knackig auf den Tisch und schmecken extra frisch. Für die cremige vegane Variante nehme ich Soja-Kochcreme: Die stabilisierte Kochcreme verträgt Säure gut, den Zitronensaft gibst du trotzdem sparsam und erst zum Schluss dazu, dann bleibt alles glatt und cremig.
Dill ist das Kraut, das zur Gurke gehört wie kein anderes. Frisch angemacht hat Gurkensalat Biss und ein klares Dressing, steht er zu lange, wird er weich und wässrig. Beim Salat Niçoise nutze ich den Saft, der beim Schneiden von Gurke und Tomaten anfällt, fürs Dressing: Er bringt eine ungewöhnliche Frische hinein.
Soll der Gurkensalat etwas länger stehen, salze ich die Gurken vorher und gieße das Wasser ab, das sie ziehen. Mache ich den Salat frisch, mariniere ich ihn direkt und serviere ihn sofort.
Tomaten, Gurke und Paprika bestehen zum großen Teil aus Wasser, roh gemixt wird daraus schnell ein dünner Saft. Beim Gazpacho mixe ich deshalb etwas Weißbrot mit, das macht die Suppe sämig statt wässrig. Wer es rustikaler mag, hebt etwas fein gewürfelte Gurke und Paprika erst zum Schluss unter. Für die kalte Gurkensuppe stelle ich die Gurken über Nacht kalt und bereite die Suppe etwa drei Stunden vor dem Servieren zu.
Wofür ich Gurke nehme
Am häufigsten für den Gurkensalat: Aus einer einzigen Gurke entstehen bei mir sechs Varianten, klassisch mit Essig und Öl, asiatisch mit Sesam, mit Zitrone, mit Joghurt und Minze, mit Schmand und Dill oder mit Kokos und Curry. Er passt als frische Beilage zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, zu Fisch und zu Kartoffeln und ist der frische Gegenpol zu allem Knusprigen. An heißen Tagen mixe ich Joghurt, Gurke und Zitrone zur kalten Gurkensuppe oder Tomaten, Gurke und Paprika zum Gazpacho. Im Gurken-Kartoffelsalat halte ich die Zwiebel dezent, damit die frische Gurke den Ton angibt. Dazu kommt die Gurke roh in den griechischen Salat, in den Kichererbsensalat und in feinen Streifen in den Bohnensalat.
Häufige Fragen zur Gurke
Was kann man mit Gurken kochen?
Gurkensalat in vielen Varianten, kalte Suppen wie die kalte Gurkensuppe oder Gazpacho, Tsatsiki zum Gyros, Gurken-Kartoffelsalat und frische Salate wie den griechischen Salat oder den Kichererbsensalat. Mein schnellstes Rezept sind die Sojarahm-Gurken in 10 Minuten.
Gurke schälen oder nicht?
Mit oder ohne Schale ist Geschmacksache und eine Frage des Gerichts. Mit Schale bleibt die Gurke im Salat stabiler und kräftiger im Geschmack, geschält wirkt sie feiner, etwa für eine kalte Suppe.
Muss man die Kerne der Gurke entfernen?
Nicht unbedingt, die Kerne sind flach, weiß und kaum bemerkbar. Für Tsatsiki entferne ich die wässrigen Kerne, und als Einlage in der kalten Gurkensuppe nehme ich Würfel ohne Kerne. Dafür halbiere ich die Gurke der Länge nach und schabe die Kerne mit einem Löffel heraus.
Warum schmeckt eine Gurke bitter?
Bei großen Gurken sitzt die Bitterkeit oft im dünnen Ende. Das schneide ich deshalb zuerst ab.
Wie bleibt Gurkensalat knackig?
Mariniere die Gurken erst kurz vor dem Servieren. Dann entfällt das Salzen und Ziehenlassen, du kannst kräftiger würzen, und die Gurken kommen besonders knackig und frisch auf den Tisch. Steht der Salat zu lange, wird er weich und wässrig. Soll er länger stehen, salze ich die Gurken deshalb vorher und gieße das Wasser ab.
Welche Gurken schmecken am besten?
Kleine Gurken schmecken aromatischer als die großen, wässrigen. Am feinsten im Geschmack sind Mini-Gurken oder Snack-Gurken. Beim Einkauf achte ich auf feste Gurken mit straffer, dunkelgrüner Haut.
Wann haben Gurken Saison?
Deutsche Freiland- und Gewächshausgurken haben von Mai bis September Saison.
Gehören Gurken in den Kühlschrank?
Nein. Unter 12 °C werden Gurken weich und wässrig. Am besten lagerst du sie kühl und dunkel bei 12 bis 15 °C und nicht direkt neben Tomaten oder Äpfeln.
Gurke aus meiner Küche



Salate und Kaltes mit Gurke






Mein schnellstes Gurke-Rezept für zwischendurch

Sojarahm-Gurken
Zutaten
- 1 Salatgurke
- 150 ml Soja-Kochcreme
- 1/2 Bund Dill, gehackt
- Salz, Pfeffer
- 1 Spritzer Zitronensaft
Zubereitung
- Gurke waschen und in dünne Scheiben hobeln.
- Soja-Kochcreme mit Dill, Salz und Pfeffer verrühren, die Gurken kurz vor dem Servieren untermischen und zum Schluss sparsam mit Zitronensaft abschmecken.
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