Paprika ist bei mir ganzjährig im Einsatz: als geschmortes Gemüse, gefüllt aus dem Ofen oder als Bratpaprika direkt aus der Pfanne. Der wichtigste Handgriff aus der Profiküche ist das Schälen, denn geschälte Paprika wird zarter und süßer. Hier zeige ich dir meine Technik und meine Rezepte mit Paprika.
Paprikasorten: rot, gelb, grün, Spitzpaprika und Bratpaprika
Rote und gelbe Schoten sind voll ausgereift und schmecken süßer und weicher, grüne Paprika ist herber und knackiger. Für geschmorte Gerichte und Saucen nehme ich rote oder gelbe Schoten, ihre Süße kommt beim Garen voll zur Geltung. Grüne Paprika mag ich dort, wo ihr herber Biss gefragt ist, etwa roh im Salat. Beim Einkauf achte ich auf pralle, feste Schoten mit glänzender, glatter Haut.
Spitzpaprika ist weniger fleischig und weniger bitter als die runde Variante, sie schmeckt milder und lässt sich längs aufschneiden und gut befüllen. Die dünneren Wände garen außerdem schneller durch als runde Schoten. Deshalb fülle ich Paprika halbiert statt ausgehöhlt, und wenn die Füllung im Vordergrund stehen soll, nehme ich rote Spitzpaprika.
Bratpaprika sind kleine grüne Paprikaschoten aus Spanien, meist Pimientos de Padrón. Sie kommen im Ganzen in die Pfanne oder in den Wok und werden scharf angebraten. Ihr besonderer Reiz: Die meisten Schoten sind mild, gelegentlich erwischst du eine scharfe. Im Sommer sind Bratpaprika bei mir auch in der Reispfanne die beste Wahl.
Einkauf: woran ich frische Paprika erkenne
Beim Einkauf achte ich auf eine feste, glatte und glänzende Schale und einen festen, frischen grünen Stiel. Schoten mit Flecken, Rissen oder weichen Stellen lasse ich im Regal liegen.
Lagerung und Haltbarkeit
Paprika ist kälteempfindlich. Am besten lagerst du sie kühl und dunkel im Gemüsefach des Kühlschranks, dort ist es kühl, aber nicht zu kalt. So hält sich die ganze, unverletzte Schote etwa eine Woche. Grüne Paprika hält etwas länger als rote und gelbe, die reifen Schoten verbrauche ich deshalb zuerst.
Wird die Haut schrumpelig, hat die Paprika Wasser verloren. Wegwerfen musst du sie deshalb nicht, ich empfehle dir aber, sie bald zu verarbeiten: klein geschnitten in einer Soße, einem Schmorgericht oder im Auflauf. Zeigt sich dagegen Schimmel, kommt die ganze Schote weg.
Saison
Freiland- und Gewächshausware aus Deutschland und den Nachbarländern hat von Juli bis Oktober Hochsaison.
Vorbereiten: Paprika schälen
Paprika schälen oder nicht, das ist eine Frage der Philosophie. Die Haut der Schote ist zäh, geschälte Paprika wird dagegen zarter, milder und süßer. Wenn du Zeit hast und deinen Gästen oder deiner Familie die bestmögliche Paprika bieten möchtest, dann schäle sie vor der Zubereitung.
Für ein schönes Gericht schäle ich die Paprikaschoten mit einem geeigneten Pendelschäler: erst halbieren, Kernhaus und Kerne weg, dann achteln und die Haut einfach mit dem Pendelschäler abschälen. Köche machen das auch durch Angrillen der Haut, die dann Blasen wirft und sich abziehen lässt. Der Aufwand lohnt sich, weil die geschälte Paprika zarter und süßer wird, die Haut wirkt geschmort schnell ledrig. Wie beide Techniken Schritt für Schritt aussehen, zeige ich dir in der Kochschule unter Paprika schälen.
Egal, wie du schälst: Zuerst wasche ich die Paprika, halbiere sie, entferne Kernhaus, Kerne und Fasern und schneide sie in Viertel oder Achtel. Schneide dabei immer genau am Ende der Biegung, so bekommst du flache Stücke, die sich optimal schälen lassen.
So habe ich beim Sternekoch die Paprika für Ratatouille vorbereitet: Die Stücke kommen mit der glänzenden Haut nach oben aufs Backblech oder Backofengitter und auf der obersten Schiene unter den vorgeheizten Grill. Bei hoher Hitze wirft die Haut in 5 bis 7 Minuten Blasen und wird schwarz. Die heißen Stücke lege ich sofort in eine Plastiktüte und verschließe sie einige Minuten, oder ich decke sie in einer Pfanne mit feuchten Tüchern und Deckel ab. Der entstehende Dampf löst die Haut, danach ziehst du sie mit dem Messer ab. Die Schoten sind durch das Grillen schon leicht gegart, und genau daher kommt der typische Röstgeschmack der Antipasti.
Ähnlich wie beim Tomatenhäuten kannst du die Paprikastücke kurz in kochendes Salzwasser legen, danach in Eiswasser und dann gleich schälen. Sollen kleine Paprikaschoten als Beilage im Ganzen auf den Teller, spieße ich sie auf eine große Küchengabel und flämme sie gleichmässig ab, bis die Haut Blasen wirft. Dann kommen auch sie in die Tüte, bis sich die Haut löst.
Garen: braten, schmoren, backen
Bratpaprika wasche ich gründlich unter kaltem Wasser und tupfe sie auf einem Tuch trocken, damit das heiße Öl später nicht spritzt. Dann brate ich sie bei hoher Hitze scharf, bis die Haut ringsum Blasen wirft und stellenweise dunkle Stellen bekommt. Zischt es beim Einlegen nicht sofort, war die Pfanne zu kalt, und die Paprika beginnen zu dünsten statt zu braten.
Für die schnelle Variante ohne Grillen viertele ich die Paprika, schäle sie flott mit dem Sparschäler oder lasse sie ungeschält, schneide sie in 2 cm große Stücke und brate sie in einer heißen Pfanne mit Olivenöl an, bis sie gut Farbe nehmen. Angebratene Paprika nimmt eine Marinade besonders gut auf. Mit etwas Tomatenmark und wenig Wasser wird daraus ein cremiges Paprikagemüse, abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer und Rohrohrzucker. In der Gemüsepfanne kommen zuerst die harten Sorten wie Karotte und Weißkraut in die Pfanne, danach die weichen wie Paprika.
Für Ofengemüse schneide ich hartes Gemüse wie Kartoffeln und Karotten klein, weiches wie Zucchini und Paprika größer, weil es schneller weich wird. In Schmorgerichten gebe ich die Paprika in groben Stücken dazu, damit sie nicht zerfällt. Sie darf weicher sein als der Rest, dann wird sie cremig und aromatisch. Auf der Pizza liegt die Paprika roh, in dünne Streifen geschnitten gart sie in 10 bis 15 Minuten mit.
Paprika als Gewürz: edelsüß, rosenscharf und geräuchert
Paprikagewürz entsteht aus vollreifen Paprikaschoten, die getrocknet und gemahlen werden. Je nach Sorte und Rezeptur reicht die Skala von edelsüß bis rosenscharf. Eine Besonderheit ist das Räuchern: Für den spanischen Pimentón de la Vera trocknen die Schoten tagelang über Eichenholzrauch, das gibt dem Pulver sein tiefes Raucharoma. Wichtig in der Pfanne: Paprikapulver nur kurz und nicht zu heiss anschwitzen, es verbrennt schnell und wird bitter.
Beim Gulasch ist die Reihenfolge der Unterschied: Das Tomatenmark röste ich, bis es von hellem Rot zu dunklerem Braun wechselt, das Paprikapulver dagegen bleibt von der Hitze weg. Ich rühre es nur kurz unter und gieße sofort mit Brühe auf. Paprika darf nie trocken rösten, sonst schmeckt der ganze Topf bitter. Gutes Paprikapulver gibt dem Gulasch Farbe und Geschmack, Kümmel und Majoran den typisch ungarischen Charakter.
Edelsüßes Paprikapulver gibt Farbe und eine leise Süße, beim Braten auch eine schöne Bräunung, zum Beispiel beim Gyros. Mit Rauchpaprika bekommst du eine rauchige BBQ-Note, etwa bei Ofenkartoffeln. In meine Knoblauchbutter gebe ich neuerdings ganz wenig Rauchpaprika, die Kombination schmeckt ausgezeichnet.
Wofür ich Paprika nehme
Geschält und in Olivenöl mit Basilikum mariniert, sind gegrillte Schoten das typische mediterrane Antipastigemüse, das am zweiten Tag oft noch besser schmeckt. Im Ratatouille schäle ich Paprika und Tomaten und schneide alles in gleichmäßige kleine Würfel. Die kleinen Bratpaprika serviere ich als Tapa oder Vorspeise, klassisch mit frischem Weißbrot. Für die gefüllte Paprika vegetarisch nehme ich rote Spitzpaprika mit Reis, Quinoa und Gemüse. Im Gazpacho gibt die gelbe Paprika der Suppe eine milde Farbe und nimmt der Säure der Tomaten etwas die Spitze. Und beim Rindergulasch ist Paprika edelsüß das Hauptgewürz.
Herkunft
Der größte Teil der Gemüsepaprika im Handel kommt aus Spanien, dazu aus den Niederlanden. In Deutschland wächst Paprika fast nur im Gewächshaus oder unter Folie, die Mengen sind klein. Ware aus deutschem Anbau gibt es von März bis November, im Sommer greife ich deshalb gern zu Schoten mit kurzem Weg.
Häufige Fragen zu Paprika
Warum sollte ich Paprika schälen?
Die Haut der Paprika ist zäh und wird geschmort schnell ledrig. Geschälte Paprika wird zarter, milder und süßer, und geschälte Filets nehmen eine Marinade viel besser an als ungeschälte.
Wie schäle ich gegrillte Paprika?
Die Stücke mit der Haut nach oben unter den heißen Grill legen, bis die Haut Blasen wirft und schwarz wird. Dann noch heiß in eine Plastiktüte legen und einige Minuten verschließen, oder in einer Pfanne mit feuchten Tüchern und Deckel abdecken. Der Dampf löst die Haut, die du dann mit dem Messer abziehst.
Kann ich Paprika auch roh schälen?
Ja, mit einem guten Pendel- oder Sparschäler. Die Paprika halbieren, Kernhaus entfernen, am Ende der Biegung in flache Stücke schneiden und diese einzeln schälen. Alternativ kurz in kochendes Salzwasser legen, in Eiswasser abschrecken und dann schälen.
Wie gelingt geschmorte Paprika?
Ich brate die Paprikastücke in einer heißen Pfanne an, bis sie gut Farbe nehmen, gebe Tomatenmark und wenig Wasser dazu, koche auf und schmecke mit Salz, Pfeffer und Rohrohrzucker ab. Geschmorte Paprika darf weich werden, dann wird sie cremig und aromatisch.
Welche Paprika eignet sich zum Füllen?
Ich nehme rote Spitzpaprika. Sie ist weniger fleischig, milder und weniger bitter als die runde Paprika, lässt sich längs aufschneiden und gart dank der dünneren Wände schneller durch.
Was ist der Unterschied zwischen roter und grüner Paprika?
Rote und gelbe Schoten sind voll ausgereift und schmecken süßer und weicher, grüne Paprika ist herber und knackiger. Zum Schmoren nehme ich rote oder gelbe, roh im Salat gern auch grüne.
Warum wird Paprikapulver bitter?
Paprikapulver verbrennt im heißen Fett schnell und schmeckt dann bitter. Ich rühre es deshalb nur kurz unter und lösche sofort mit Brühe ab, trocken geröstet wird bei mir nur das Tomatenmark.
Was kann man mit Paprika machen?
Antipasti aus gegrillten, geschälten Schoten, Paprikagemüse aus der Pfanne, Ratatouille, gefüllte Spitzpaprika aus dem Ofen, Bratpaprika als Tapa, Gazpacho oder Ofengemüse. Als Pulver ist Paprika edelsüß das Hauptgewürz im Gulasch.
Paprika aus meiner Küche



Geschmortes und Sommerküche mit Paprika







Paprika als Gewürz: edelsüß, rosenscharf und geräuchert
Paprikagewürz entsteht aus vollreifen Paprikaschoten, die getrocknet und gemahlen werden. Je nach Sorte und Rezeptur reicht die Skala von edelsüß bis rosenscharf. Eine Besonderheit ist das Räuchern: Für den spanischen Pimentón de la Vera trocknen die Schoten tagelang über Eichenholzrauch, das gibt dem Pulver sein tiefes Raucharoma. Wichtig in der Pfanne: Paprikapulver nur kurz und nicht zu heiß anschwitzen, es verbrennt schnell und wird bitter.








Mein schnellstes Paprika-Rezept für zwischendurch

Geschälte Paprika-Filets in Öl
Zutaten
- 2 rote Paprikaschoten
- 4 EL Olivenöl
- 1/2 TL Salz
- 1 Knoblauchzehe in Scheiben (optional)
Zubereitung
- Paprika halbieren, Kernhaus und Kerne entfernen, achteln und die Haut mit dem Pendelschäler abschälen.
- Die Filets mit Olivenöl, Salz und nach Belieben Knoblauchscheiben in eine Schale geben und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
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