Die Frankfurter Grüne Soße lebt von sieben Kräutern, und die sind keine austauschbare Mischung, sondern eine festgelegte Komposition. Wer die Soße verstehen will, fängt bei den Kräutern an. Ich zeige dir hier, welche sieben dazugehören, wie sie schmecken und worauf du bei Einkauf und Verarbeitung achtest.
Die sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße
Pimpinelle, Sauerampfer, Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie und Schnittlauch: Das ist die klassische Frankfurter Mischung, geschützt als geografische Angabe, und keine Sorte darf darin mehr als 30 Prozent ausmachen. Pimpinelle bringt eine nussige, leicht gurkenähnliche Note, Borretsch schmeckt ebenfalls frisch gurkig. Sauerampfer sorgt mit seiner zitronenähnlichen Säure für die charakteristische Frische der Soße, Kresse steuert eine würzige, senfartige Schärfe bei. Kerbel schmeckt leicht anisähnlich und süßlich, Schnittlauch mild zwiebelig, und die Petersilie bringt Frische und Würze. Fehlt der Sauerampfer, verliert die Mischung spürbar Frische, er sollte also möglichst dabei sein.
Die fein gefiederten Blätter vom Kerbel geben ein zartes, leicht anisartiges Aroma. Die zarten Blätter sind empfindlich, deshalb gibst du Kerbel in warmen Gerichten immer erst kurz vor dem Servieren dazu. Zum Trocknen oder Einfrieren eignet er sich kaum, da er viel Aroma verliert, frischer Kerbel ist klar zu bevorzugen.
Einkauf und Verarbeitung
In Frankfurt und Umgebung bekommst du die Kräuter als fertig gebündeltes Päckchen, außerhalb der Region stellst du sie einzeln zusammen. Sauerampfer und Pimpinelle sind dabei am schwierigsten zu finden, fehlt eines, erhöhst du den Anteil der anderen. Bei der Verarbeitung zupfst du die Blätter ab und hackst sie fein, bei der Pimpinelle bleiben die Stiele außen vor, und die feinen Härchen des Borretschs verschwinden beim Hacken. Kerbel ist hitzeempfindlich und kommt erst kurz vor dem Servieren dazu, Schnittlauch schneidest du fein und mischst ihn ebenfalls spät unter, weil er beim langen Mischen schnell sein Aroma verliert. Bei der Petersilie funktionieren glatte und krause, die glatte ist aromatischer, die krause optisch lebendiger.
Frischen Kerbel bestellst du am Besten beim Gemüsehändler vor oder kaufst ihn in größeren Einheiten im Großmarkt. Du findest ihn vorallem von April bis Juni.
Beim Einkauf achte ich darauf, dass im Bund keine gelblichen Blätter und keine vertrockneten Spitzen stecken. Solche Kräuter lasse ich liegen.
Lagerung und Haltbarkeit
Am besten schlägst du die Kräuter in ein feuchtes Tuch ein und legst sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. So bleiben sie etwa zwei Tage frisch. Ich empfehle dir deshalb, die Grüne Soße am Einkaufstag oder spätestens am Tag danach zuzubereiten.
Saison
Klassisch gibt es die Kräuter zwischen Gründonnerstag und dem ersten Frost, frisch verfügbar sind die meisten von April bis Oktober.
Vorbereiten: Messer oder Fleischwolf
Die Kräuter wasche ich und schleudere sie gründlich trocken, erst dann geht es ans Zerkleinern. Die Blätter zupfe ich ab, von groben Stielen befreie ich sie vorher.
Als Koch schneide ich Kräuter normalerweise lieber mit dem Messer. Die Grie Soß ist jedoch ein Sonderfall: Damit die Grüne Soße richtig grün wird, hat sich der Mixer oder der Fleischwolf zur Kräuterverarbeitung bewährt. Mit dem Messer gehackt bleibt die Soße hell, durch den Fleischwolf gedreht wird sie grün. Verarbeite dafür nur trocken geschleuderte Kräuter. Wie das geht, zeige ich in der Kochschule Grüne Soße im Fleischwolf.
Für den Thermomix brauchst du einen Bund Frankfurter Grüne-Soße-Kräuter. Die Borretsch- und Sauerampferblätter zupfe ich mit den Händen klein, besser noch schneide ich sie, bevor sie in den Mixbecher kommen. Die trocken geschleuderten Kräuter von den groben Stielen befreien und zerrupft oder geschnitten in den Mixtopf geben. Die Schritte zeige ich in der Kochschule Grüne Soße im Thermomix.
In der Küche: Kerbel nie kochen
Bei der Kerbelsuppe sieht man am deutlichsten, wie empfindlich das Kraut ist: Den Kerbel erst ganz zum Schluss in die Suppe mixen und danach nicht mehr kochen, sonst wird sie sofort grau und die feinen Kerbel-Aromen verfliegen. Dasselbe gilt im Kräuterquark: Kerbel und Schnittlauch mische ich erst kurz vor dem Servieren unter.
Wofür ich die Kräuter nehme
Allen voran für meine Frankfurter Grüne Soße, die hessische Spezialität mit sieben Kräutern, als frische Begleitung zu Tafelspitz, Fleisch und Eiern. Das gekochte Ei kannst du optional fein geschnitten zur Soße geben und mit dem Löffel unterrühren. Im Frühjahr passt die Grüne Soße zu Reibekuchen, zu Spargel mit Schinken bringt sie Kräuterfrische als leichtere Alternative zur Hollandaise, und auch zum Kassler oder zum Steak vom Grill stelle ich sie in der Saison auf den Tisch. Für die schnelle Variante rühre ich die Kräuter in Quark, das ist mein 7-Kräuter-Quark. Sauerampfer nehme ich je nach Saison auch fein geschnitten für die Schnittlauchsoße.
Herkunft
Die Frankfurter Köche nutzten die Kräuter, die auf den Märkten erhältlich waren, und entwickelten daraus die typische „Grie Soß“. Heute ist die Frankfurter Mischung als geografische Angabe geschützt, und in Frankfurt und Umgebung bekommst du die Kräuter als fertig gebündeltes Päckchen.
Geschützt ist die Mischung seit 2016. Die Kräuter der Frankfurter Grünen Soße müssen aus Frankfurt und den angrenzenden Gemeinden stammen. Das Herz des Anbaus liegt in Frankfurt-Oberrad, wo Gärtnereien die Kräuter seit Generationen ziehen.
Häufige Fragen zu Grüne-Soße-Kräutern
Welche Kräuter gehören in die Frankfurter Grüne Soße?
Sieben Kräuter: Pimpinelle, Sauerampfer, Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie und Schnittlauch. Keine Sorte darf in der geschützten Frankfurter Mischung mehr als 30 Prozent ausmachen.
Was ist Pimpinelle und wie schmeckt sie?
Pimpinelle ist eines der sieben Kräuter der Grünen Soße. Sie bringt eine nussige, leicht gurkenähnliche Note mit. Bei der Verarbeitung zupfst du die Blätter ab, die Stiele bleiben außen vor.
Was mache ich, wenn ein Kraut fehlt?
Sauerampfer und Pimpinelle sind am schwierigsten zu finden. Fehlt eines, erhöhst du den Anteil der anderen. Der Sauerampfer sollte möglichst dabei sein, ohne ihn verliert die Mischung spürbar Frische.
Wo bekomme ich Grüne-Soße-Kräuter?
In Frankfurt und Umgebung als fertig gebündeltes Päckchen. Außerhalb der Region stellst du die sieben Kräuter einzeln zusammen, Kerbel bestellst du am besten beim Gemüsehändler vor.
Warum wird meine Grüne Soße nicht richtig grün?
Mit dem Messer gehackte Kräuter ergeben eine helle Soße. Richtig grün wird sie, wenn du die trocken geschleuderten Kräuter im Fleischwolf oder im Mixer zerkleinerst.
Wann gibt es die Kräuter für Grüne Soße?
Klassisch zwischen Gründonnerstag und dem ersten Frost, frisch verfügbar sind die meisten von April bis Oktober.
Wie lange halten Grüne-Soße-Kräuter?
In ein feuchtes Tuch eingeschlagen bleiben sie im Gemüsefach etwa zwei Tage frisch. Am besten bereitest du die Soße am Einkaufstag oder am Tag danach zu.
Das Original und die Technik



Mein schnellstes Grüne-Soße-Kräuter-Rezept für zwischendurch

7-Kräuter-Quark
Zutaten
- 250 g Quark
- 1 Bund Grüne-Soße-Kräuter (Pimpinelle, Sauerampfer, Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Schnittlauch)
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Kräuter waschen und trocken schleudern. Blätter abzupfen, bei der Pimpinelle die Stiele aussortieren, alles fein hacken. Schnittlauch fein schneiden.
- Quark glatt rühren, die gehackten Kräuter unterheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kerbel und Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren untermischen, so bleibt das Aroma erhalten.
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