Trüffel sind die Knolle, an der sich Köche und Genießer scheiden. Wer sie zum ersten Mal frisch in der Hand hält, versteht warum: Der Duft ist intensiv, würzig, fast tierisch. Ich habe Trüffel in Istrien gesucht und in meiner Küche verarbeitet. Hier findest du, was du über Trüffel wissen musst: weiße und schwarze Sorten, Saison, Einkauf, Lagerung und Verarbeitung, dazu meine Rezepte mit Trüffel.
Weiße und schwarze Trüffel

Trüffel sind unterirdisch wachsende Schlauchpilze, die in Symbiose mit Baumwurzeln leben. In Italien sind bis zu zehn Trüffelarten im Handel erlaubt, für die gehobene Küche zählen aber nur zwei: die weiße Albatrüffel und die schwarze Périgord-Trüffel. Die weiße ist die teurere, die schwarze die vielseitigere. Sommertrüffel und Wintertrüffel sind günstiger, ihr Aroma ist aber dezenter. Für ein echtes Trüffelgericht reicht das nicht.

Botanisch Tuber Magnatum Pico. Sie wächst in den Wäldern rund um Alba im Piemont und in Istrien. Die Schale ist ockerfarben bis grau, das Innere nussfarben mit weißen Adern. Saison ist von Oktober bis Dezember, der Preis liegt je nach Marktlage und Qualität zwischen 3.000 und 9.000 Euro pro Kilogramm. Weiße Trüffel werden roh verarbeitet, denn Hitze zerstört das Aroma: in dünnen Spänen über warme Pasta, Risotto oder Rührei gehobelt, kurz vor dem Servieren.

Botanisch Tuber Melanosporum, auch schwarzer Diamant genannt. Ursprünglich aus dem französischen Périgord, wächst sie heute auch in Italien rund um Norcia, im Nordosten Spaniens und in Westaustralien. Saison ist von November bis März, der Preis liegt zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Kilogramm. Schwarze Trüffel vertragen Wärme besser als weiße und zeigen ihr Aroma am besten bei niedrigen Gartemperaturen zwischen 60 und 80 °C. Damit eignen sie sich für Saucen, Geschmortes und gefüllte Pasta. Die Schalen hackst du fein und verarbeitest sie mit oder setzt sie zu Trüffelöl an.
Im Geschmack unterscheiden sich die beiden deutlich: Weiße Trüffel haben ein intensives aromatisches Profil, schwarze Trüffel einen erdigeren, robusteren Geschmack.
Wer keine frische Knolle bekommt, findet eingelegte Trüffel als Alternative. Diese Produkte sind das ganze Jahr über verfügbar und länger haltbar als frischer Trüffel. Eingekochter Trüffel hat ein sanfteres Aroma, das du mit etwas Trüffelöl intensivieren kannst. Für ein gutes Trüffelrisotto musst du deshalb keinen frischen weißen Alba-Trüffel kaufen. Trüffelcreme ist eine weitere Alternative: Sie besteht meist aus Champignons oder anderen Pilzen, die mit Trüffelaroma angereichert werden.
Neben der weißen Alba- und der schwarzen Périgord-Trüffel bekommst du die schwarze Sommertrüffel. Sie schmeckt deutlich milder und leicht nussig, entsprechend weniger kostet sie. Im Herbst kommt sie als Burgundertrüffel in den Handel, die heute als Herbstform derselben Art gilt.
Einkauf
Beim Trüffelkauf zählt vorallem ein Händler, auf den du dich verlassen kannst. Frische Trüffel werden wenige Stunden nach der Bestellung verschickt und sind innerhalb eines Tages in Deutschland.
Beim Einkauf achte ich darauf, dass die Trüffel fest und trocken ist und klar und intensiv duftet. Weiche Stellen, Risse oder Schimmel sind ein Ausschlusskriterium. Frag deinen Händler, wann frische Ware kommt und wie er sie prüft: Wer darauf eine konkrete Antwort hat, kontrolliert seine Trüffel. Als Menge reichen 5 bis 10 g frische Trüffel pro Person.
Lagerung und Haltbarkeit
Weiße Trüffel: innerhalb von fünf Tagen nach der Ernte verbrauchen. Ihr aromatischer Höhepunkt liegt am dritten Tag, nach zehn Tagen sind sie verloren.
Schwarze Trüffel: bis zu zwei Wochen haltbar, ungewaschen in Küchenpapir eingewickelt im Kühlschrank.
Mein Gourmet-Tipp für die Trüffelzeit: Leg eine Trüffel mit einigen Eiern für drei Tage in ein verschlossenes Glas in den Kühlschrank. Die Eier nehmen das Aroma auf und schmecken dann herrlich nach Trüffel.
Um das Aroma festzuhalten, binde ich es in Butter. Trüffelbutter bleibt im Kühlschrank verschlossen etwa 2 bis 3 Wochen frisch, gut verpackt lässt sie sich rund 4 Wochen einfrieren, ohne nennenswert an Qualität zu verlieren.
Saison
Weiße Albatrüffel von Oktober bis Dezember, schwarze Périgord-Trüffel von November bis März.
Vorbereiten: reinigen, hobeln, reiben

Vor der Verarbeitung reinigst du die Trüffel mit einer weichen Bürste. Nur wenn Erde sehr hartnäckig sitzt, kurz unter fließendem Wasser abbürsten und sofort trocken tupfen. Dann hobeln, fein reiben oder in Würfel oder Streifen schneiden, je nach Gericht. Für feine, gleichmäßige Späne brauchst du einen Trüffelhobel, aus Holz oder Edelstahl, mit glatter oder gewellter Klinge.
Frischen Trüffel hoble ich erst ganz zum Schluss über den fertigen Teller. Ein paar feine Hobel als Topping reichen aus, um einem Risotto das nussig-erdige Aroma zu geben. Für die Trüffelbutter reibe ich die weiße Trüffel dagegen fein direkt auf die weiche Butter.
In der Küche: Wärme ja, Kochen nein
Köche geben empfindliche Zutaten wie Trüffel erst nach dem Aufkochen in die Soße und vermeiden weiteres Kochen, damit kein Geschmack verloren geht. Pochiert wird Trüffel nicht, aber wir halten ihn unterhalb des Siedepunkts, so bleiben Geschmack und Aroma bestmöglich erhalten. Nach der Zugabe der Trüffelscheiben lasse ich eine Soße deshalb nicht mehr kochen. Auf der Pizza gilt dasselbe: Trüffelcreme, Trüffelöl oder frischen Trüffel ergänzt du immer erst nach dem Backen.

Frische Trüffel gibt es nur in der Saison. Wer das Aroma das ganze Jahr in der Küche haben will, greift zum Trüffelöl. Es wird nicht erhitzt, sondern erst nach dem Kochen zugegeben. Wie du es selbst ansetzt, zeige ich dir weiter unten im Rezept Trüffelöl selber machen.
Im Risotto arbeite ich gern mit eingelegtem Trüffel und einem sparsamen Spritzer Trüffelöl, weil der Geschmack sonst schnell zu dominant wird. Wichtig zu wissen: Trüffelöl enthält immer Trüffelaromen, denn das natürliche Aroma von frischem Trüffel ist sehr flüchtig. Auch beim selbst angesetzten Öl brauchst du deshalb gekauftes Trüffelöl als Aromabasis.
Zu Trüffel verzichte ich auf Zitronensaft und Zitronenschale, die Säure beißt sich mit dem Trüffelaroma. Für eine Pizza mit weißem Trüffel empfehle ich dir einen Boden ohne Tomatensoße oder nur mit ganz wenig. Kombinieren wir in der gehobenen Gastronomie Trüffel mit Tomaten, mildern wir die Säure der Soße über die Sortenwahl oder längeres Kochen. Beim Käse passen milde, zarte Sorten wie Mozzarella und Stracciatella, sie heben den Trüffelgeschmack hervor, ohne ihn zu überdecken.
Wofür ich Trüffel nehme
Trüffel zeigt seine Stärke dort, wo er kurz vor dem Servieren auf etwas Warmes trifft: gehobelt über Pasta, Risotto und Kartoffelpüree, über Rührei und Spargel. Mein Trüffel Risotto koche ich mit eingelegtem Trüffel, frische Hobel kommen erst auf den Teller. Geflügel wie Hähnchen, Wachtel, Taube und Perlhuhn harmoniert gut mit der schwarzen Trüffel, und fein gehobelt passt sie ausgezeichnet zum rohen Rinderfilet im Carpaccio. Festlich wird auch die Maronensuppe mit weißem Trüffel. Wenn es schnell gehen soll, kombiniere ich frisch gekochte Pasta mit selbst gemachter Trüffelbutter.
Herkunft: Istrien
Istrien ist eines der wichtigsten Trüffelgebiete Europas. Die feuchten Wälder rund um das Flusstal der Mirna bringen weiße und schwarze Trüffel hervor, die mit den italienischen und französischen mithalten. Gesucht wird dort mit speziell ausgebildeten Hunden, nicht mit Schweinen. Die Saison der weißen Trüffel erreicht im Herbst ihren Höhepunkt, dann feiern die Dörfer ihre Trüffelfeste.
Gesucht werden Trüffel heute fast überall mit speziell ausgebildeten Hunden. Sie lassen sich leichter führen, beschädigen den Boden weniger und fressen die Trüffel nicht selbst. In Italien ist die Suche mit Schweinen seit den 1980er-Jahren verboten, weil sie beim Graben Boden und Wurzeln so stark beschädigen, dass an der Fundstelle keine Trüffel mehr nachwachsen.
Meine Trüffelpasta koche ich nach einem Originalrezept aus Istrien, das ich direkt in der Küche des Restaurants Zigante kennengelernt habe. Dort gelangt der Trüffel direkt aus dem Wald in die Küche und auf den Teller. Statt Trüffelöl kam eine Trüffelbutter-Emulsion zum Einsatz, und frischer Trüffel, weiß oder schwarz, wurde in großen Mengen am Tisch über die Tagliatelle gehobelt. Beim Trüffelöl empfehle ich dir Öle aus Alba und Istrien, dort wachsen besonders hochwertige Trüffel.
Häufige Fragen zu Trüffel
Trüffel hobeln oder reiben?
Beides, je nach Gericht. Für feine, gleichmäßige Späne über Pasta, Risotto oder Kartoffelpüree nehme ich einen Trüffelhobel mit glatter oder gewellter Klinge. Für Trüffelbutter oder einen Fond reibe ich die Trüffel fein. Du kannst sie auch in Würfel oder Streifen schneiden.
Wie verarbeitet man frische Trüffel?
Zuerst mit einer weichen Bürste reinigen, nur bei hartnäckiger Erde kurz unter fließendem Wasser abbürsten und sofort trocken tupfen. Dann hobeln, reiben oder schneiden und erst kurz vor dem Servieren über das warme Gericht geben. Mitgekocht wird Trüffel nicht.
Kann man Trüffel roh essen?
Ja. Weiße Trüffel werden sogar nur roh verarbeitet, denn Hitze zerstört ihr Aroma: in dünnen Spänen über warme Pasta, Risotto oder Rührei gehobelt. Schwarze Trüffel vertragen Wärme besser und zeigen ihr Aroma am besten bei niedrigen Gartemperaturen zwischen 60 und 80 °C.
Wie schmecken Trüffel?
Weiße Trüffel haben ein intensives aromatisches Profil, schwarze Trüffel einen erdigeren, robusteren Geschmack. Im Risotto bringt Trüffel ein ähnlich intensives Umami-Aroma mit wie der Steinpilz.
Wie bereite ich schwarze Trüffel zu?
Schwarze Trüffel vertragen Wärme und eignen sich für Soßen, Geschmortes und gefüllte Pasta. Die Soße soll nach der Zugabe nicht mehr kochen. Die Schalen hackst du fein und verarbeitest sie mit oder setzt sie zu Trüffelöl an.
Wie verwende ich Trüffelöl?
Trüffelöl wird nicht erhitzt, sondern erst nach dem Kochen zugegeben, sonst verfliegt das Aroma. Ich dosiere es sparsam, ein Spritzer reicht, sonst wird der Geschmack schnell zu dominant. Auf der Pizza kommt es erst nach dem Backen darauf.
Wie findet man Trüffel?
Mit speziell ausgebildeten Trüffelhunden, sie erschnüffeln die Knollen unter der Erde. Schweine sind in Italien seit den 1980er-Jahren für die Suche verboten, weil sie den Boden zu stark aufwühlen und die Trüffel gern selbst fressen. In Istrien wird ebenfalls mit Hunden gesucht.
Wie teuer ist Trüffel?
Die weiße Albatrüffel kostet je nach Marktlage und Qualität zwischen 3.000 und 9.000 Euro pro Kilogramm, die schwarze Périgord-Trüffel zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Frische Trüffel gibt es nur in der Saison, und weiße Trüffel musst du innerhalb von fünf Tagen nach der Ernte verbrauchen.
Trüffel in meinen Rezepten





Trüffelöl und Trüffelbutter


Mein schnellstes Trüffel-Rezept

Trüffelbutter
Zutaten
- 250 g Butter
- 6 Prisen Ursalz
- 6 Prisen weißer Pfeffer
- 3 Prisen Cayenne Pfeffer
- 20 ml weißes Trüffelöl (optional)
- 4 g weiße Trüffel
Zubereitung
- Die zimmerwarme, weiche Butter in eine Schüssel geben und mit Salz, weißem Pfeffer, Cayennepfeffer und Trüffelöl würzen.
- Die weiße Trüffel fein auf die Butter reiben und alles flink mit dem Handrührgerät verrühren.
- Die Butter auf Backpapier zu einer Rolle formen, kalt stellen und nach gut einer Stunde in Scheiben schneiden.
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