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Esskastanie und Marone

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Maronen

Esskastanien gehören für mich zum Herbst wie Wild und Gans. Ich koche mit ihnen seit meiner Ausbildung: als samtige Suppe, als glasierte Beilage zum Festbraten oder geröstet aus dem Ofen. Hier findest du, was du über Maronen und Esskastanien wissen musst, vom Unterschied der beiden über Einkauf und Lagerung bis zum Schälen, dazu meine Rezepte mit Maronen.

Esskastanie und Marone: was ist was

Die meisten kennen Maronen aus der Papiertüte vom Weihnachtsmarkt: heiß geröstet, mit rußigen Fingern geschält. Das ist ein schöner Anfang, aber in der Küche können Esskastanien viel mehr.

Edelkastanie, Esskastanie, Marone: die Namen
Esskastanien in der aufgeplatzten stacheligen Hülle auf dem Waldboden
So sehen Esskastanien in echt aus: bis zu drei Früchte in einer Hülle mit langen, dicht stehenden Stacheln.

Edelkastanie: Name der Baumart Castanea sativa und ihrer Früchte.
Esskastanie: gebräuchliche Bezeichnung für die essbaren Früchte der Edelkastanie.
Marone, Maroni: keine eigene Art, sondern besonders hochwertige, gezüchtete Sorten der Edelkastanie. Ihre dünne braune Innenhaut wächst nicht in den Kern hinein, deshalb lassen sie sich meist besser schälen.
Rosskastanie: botanisch eine ganz andere Pflanze (Aesculus hippocastanum), kürzere Stacheln, rundere Form, nicht essbar.

Kurz gesagt: Maronen sind Esskastanien, aber nicht jede Esskastanie ist eine Marone. Botanisch sind sie Nussfrüchte: Die harte braune Schale ist die Fruchtwand, gegessen wird der Samen darin, und die stachelige Hülle ist ein Fruchtbecher. In der Hülle steckt meist nur eine Marone, bei der gewöhnlichen Esskastanie sind es bis zu drei. Maroni sagt man in Bayern und Österreich, Marroni in der Schweiz, Keschde in der Pfalz. Und beim Pilzesammeln meint „Maronen“ oft den Maronenröhrling, einen Speisepilz.

Einkauf: woran du gute Maronen erkennst

Gute Maronen erkennen

Gute Maronen sind glatt, glänzend, prall und liegen schwer in der Hand. Leichte Maronen sind ausgetrocknet, eine matte, faltige Schale zeigt lange Lagerung, kleine Löcher Wurmfraß. Gibt die Schale auf Druck nach, ist die Marone alt und oft schimmelig. Beim Test im Wasser sortierst du alles aus, was oben schwimmt.

Frisch oder aus der Packung

Fertig geschälte Maronen gibt es vakuumiert oder im Glas, meist schon vorgegart. Ich nehme sie gern für die schnelle Küche, zum Beispiel für die Maronensuppe: Einschneiden, Ofen und heißes Schälen fallen weg, und die Suppe steht in gut 20 Minuten auf dem Tisch. Frische Maronen röste ich im Ofen und schäle sie warm unter dem feuchten Tuch.

Lagerung und Haltbarkeit

Lagern und einfrieren
Vorgegarte, geschälte Maronen vakuumiert in der Folie
Vorgegart und vakuumiert: die schnelle Alternative zu frischen Maronen.

Frische Maronen lagerst du luftig in Papiertüte, Netz oder Korb, nie luftdicht in Plastik. Im Kühlschrank halten sie etwa ein bis zwei Wochen. Zum Einfrieren kochst du sie eingeschnitten kurz vor, schälst sie und frierst sie portionsweise ein, so halten sie mindestens sechs Monate. Mehr dazu: Wie lagert man Maronen?

Vorgegarte, vakuumierte Maronen aus der Packung lagerst du nach Angabe auf der Packung und verbrauchst sie nach dem Öffnen rasch.

Ohne Kühlschrank lagere ich frische Maronen kühl, trocken und luftig und verbrauche sie bald nach dem Einkauf, denn sie enthalten viel Wasser und neigen zum Schimmeln. Schimmelige Maronen sortierst du sofort aus, damit der Schimmel nicht auf die übrigen übergeht.

Wann und woher Maronen kommen

Saison und Herkunft

Frische Maronen gibt es von September bis Dezember, am Besten im Oktober und November. Die Ware im Handel kommt vorallem aus Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. In Deutschland steht rund die Hälfte der Esskastanienbäume in der Südpfalz. Besonders geschätzt sind die Kastanien aus Cuneo im Piemont.

Saison
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Esskastanien reifen ab Mitte bis Ende September und werden bis in den Oktober geerntet. Frisch vom Baum gibt es sie deshalb im Herbst, bis Dezember liegen sie noch im Handel.

Vorbereiten: einschneiden und warm schälen

Einschneiden, garen, schälen
Rohe Maronen mit Kreuzschnitt auf einem Holzbrett, daneben ein Küchenmesser
Vor dem Garen bekommt jede Marone einen Kreuzschnitt auf der gewölbten Seite.

Vor dem Garen bekommt jede Marone einen Kreuzschnitt auf der gewölbten Seite. Nur so löst sich die Schale beim Garen vom Kern, ohne Schnitt lassen sich Maronen kaum schälen. Im Backofen gare ich sie bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 25 Minuten mit einer Schüssel Wasser darunter, in Wasser 15 bis 20 Minuten, in der Heißluftfritteuse bei 180 °C etwa 20 bis 25 Minuten. Geschält wird warm, die bittere Innenhaut kommt mit ab. Vorgegarte, geschälte Maronen aus der Packung sparen diese Arbeit. Schritt für Schritt: Maronen im Backofen, Maronen kochen, Maronen schälen.

Der Kreuzschnitt

Frische Maronen schneide ich auf der gewölbten Seite kreuzförmig ein, durch Schale und Innenhaut, aber nicht tief in den Kern. Ohne Schnitt bleibt die Schale fest geschlossen, und die Maronen lassen sich kaum schälen.

Unter dem feuchten Tuch schälen

Nach dem Garen decke ich die Maronen mit einem feuchten Tuch ab und schäle sie nach einigen Minuten, solange sie noch warm sind, dabei kommt auch die braune Innenhaut mit ab. Ich nehme immer nur ein paar Maronen aus dem Tuch und lasse den Rest warm, so viele, wie ich gerade in der Hand habe.

Garzeit nach Größe

Je nach Größe schwankt die Garzeit, kleinere Maronen sind schneller fertig, große Maronen und ein voller Korb in der Heißluftfritteuse brauchen länger. Fertig sind die Maronen, wenn die Schnitte deutlich aufklaffen. Wer mag, legt sie vor der Heißluftfritteuse etwa 30 Minuten in kaltes Wasser, dann bleiben sie saftiger.

Garen: rösten, kochen, glasieren

Geschmack

Maronen werden vor dem Verzehr gekocht oder geröstet. Erst dabei werden sie mürbe und bekommen ihre typische milde Süße mit nussigem Ton. Kastanienmehl ist glutenfrei und bringt diese Süße auch in Brot und Kuchen.

Kochen oder rösten

Gekochte Maronen werden weicher als geröstete und eignen sich besonders für Püree, Suppe und Füllungen. Für ein Püree pürierst du die gegarten Kastanien mit etwas Brühe, Butter und Sahne fein und schmeckst mit Salz und Muskat ab. Geröstete Maronen aus dem Ofen schwenke ich nach dem Schälen in wenig Butter und schmecke sie mit Salz, Pfeffer und Muskat ab.

Buttermaronen und glasierte Maronen

Als schnelle Beilage mache ich Buttermaronen: vorgegarte Maronen mit Butter, Salz, Pfeffer und Muskat in der Pfanne erwärmen. Festlicher sind glasierte Maronen: heiß geschält, vor dem Servieren in Butter geschwenkt, mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt und mit einem Hauch Puderzucker leicht karamellisiert.

In der Suppe: ein Teil kräftig angeröstet

Für die Maronensuppe schwitze ich die Maronen in Butterschmalz an und röste einen Teil davon kräftiger, das bringt den nussigen Ton. Der Rest bleibt hell und behält den süßlichen Maronengeschmack. Wer alle Maronen nur sanft andünstet, bekommt eine milde, süßliche Suppe und sonst nichts. Püriert wird erst, wenn die Maronen weich sind, zum Schluss mixe ich die Suppe mit eiskalter Butter schaumig auf.

Wofür ich Maronen nehme

Verwendung in der Küche
Grob gehackte geschälte Maronen in einer kleinen Schale
Grob gehackt geben Maronen Füllungen Biss und eine feine Süße.

Herzhaft kommen Maronen in Suppe, Püree und Füllung, als Beilage zu Wild, Ente, Gans und Truthahn und zu Herbstgemüse wie Rosenkohl, Blaukraut und Wirsing. Süß werden sie zu Maronencreme, Vermicelles oder mit Kastanienmehl zu Kuchen. Passende Gewürze sind Muskat, weißer Pfeffer, Thymian und Majoran, süß Vanille und Zimt. Warum Maronen immer gegart werden, steht in Kann man Maronen roh essen?

Esskastanien passen zu allem, was im Herbst und Winter Saison hat. Zum Hirschpfeffer gibt es bei mir buttrige Maronen und Brokkoli mit gerösteten Mandeln, zum Truthahn glasierte Maronen mit Rahmwirsing. Aus den Abruzzen kommt die Zuppa di Lenticchie e Castagne mit Linsen, Speck und Kastanien, gewürzt mit Thymian und Majoran und als Eintopf mit Röstbrot serviert. Süß wird aus gegarten, fein pürierten Kastanien mit Zucker und Vanille eine Maronencreme, die als Füllung für Torten und Törtchen dient oder pur mit Sahne auf den Tisch kommt. In Italien backt man mit Kastanienmehl den Castagnaccio, einen flachen Kuchen mit Olivenöl, Pinienkernen, Rosinen und Rosmarin.

Häufige Fragen zu Esskastanie und Marone

Was ist der Unterschied zwischen Marone und Esskastanie?

Maronen sind keine eigene Art, sondern besonders hochwertige, gezüchtete Sorten der Edelkastanie. Ihre dünne Innenhaut wächst nicht in den Kern hinein, deshalb lassen sie sich leichter schälen. Kurz gesagt: Maronen sind Esskastanien, aber nicht jede Esskastanie ist eine Marone.

Kann man Maronen roh essen?

Maronen werden vor dem Verzehr gekocht oder geröstet, erst dabei werden sie mürbe und bekommen ihre milde Süße. Achte außerdem auf die richtige Kastanie: Die Rosskastanie aus dem Park hat eine rundere Form, kürzere Stacheln an der Hülle und ist nicht essbar.

Wie lange brauchen Maronen im Backofen?

Kreuzweise eingeschnittene Maronen brauchen bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 25 Minuten im vorgeheizten Backofen, mit einer Schüssel Wasser darunter. Kleinere Maronen sind schneller fertig.

Wie lange kocht man Maronen?

Eingeschnittene Maronen kochen in reichlich Wasser etwa 15 bis 20 Minuten. Gekocht werden sie weicher als geröstet und eignen sich besonders für Püree, Suppe und Füllungen.

Wie lassen sich Maronen leicht schälen?

Vor dem Garen kreuzweise einschneiden, durch Schale und Innenhaut. Nach dem Garen unter einem feuchten Tuch ein paar Minuten ruhen lassen und warm schälen, immer nur ein paar Maronen aus dem Tuch nehmen. Ohne Schälarbeit geht es mit vorgegarten, geschälten Maronen aus der Packung.

Wie lange brauchen Maronen in der Heißluftfritteuse?

Kreuzweise eingeschnittene Maronen brauchen bei 180 °C etwa 20 bis 25 Minuten. Fertig sind sie, wenn die Schnitte deutlich aufklaffen. Große Maronen und ein voller Korb brauchen länger.

Wie lagert man Maronen?

Frische Maronen luftig und kühl in Papiertüte, Netz oder Korb, nie luftdicht in Plastik. Für länger kochst du sie eingeschnitten kurz vor, schälst sie und frierst sie portionsweise ein.

Maronen in meinen Rezepten

Ideen und Tipps mit Maronen

Mein schnellstes Maronen-Rezept

Glasierte Maronen neben Truthahnbraten und Rahmwirsing auf einem Teller

Glasierte Maronen

🕒 10 Minuten  ·  2 Portionen  ·  6 Zutaten  ·  3 Schritte

Zutaten

  • geschälte Maronen, frisch gegart oder vorgegart
  • etwas Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • 1 Hauch Puderzucker

Zubereitung

  1. Frisch gegarte Maronen noch heiß schälen, vorgegarte aus der Packung nehmen.
  2. Kurz vor dem Servieren Butter in einer Pfanne schmelzen und die Maronen darin schwenken.
  3. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken, mit einem Hauch Puderzucker bestäuben und leicht karamellisieren lassen.
Tipp vom Koch: Glasierte Maronen serviere ich als festliche Beilage zu Truthahn, Gans oder Wild.

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