Salz ist das wichtigste Würzmittel meiner Küche, und ich setze es öfter flüssig ein als gestreut: als Sole, angesetzt aus einem Himalaya-Brocken. Damit würzt du beim Kochen so gezielt wie mit Sojasauce. Hier zeige ich dir den Ansatz und meine Handgriffe rund ums Salz.
Salzsorten: fein, grob, Flocken
Feines Salz nehme ich beim Kochen, es löst sich schnell und lässt sich gleichmässig dosieren. Grobe Kristalle und Brocken gehören in die Mühle oder ins Sole-Glas. Fleur de Sel ist mein Finish: Die zarten Flocken kommen erst direkt vor dem Servieren aufs Gericht, dort schmelzen sie nicht weg und geben einen feinen Knack, etwa auf dem Zucchini-Carpaccio oder in meiner Sommerbutter.
Für Beizen und Marinaden nehme ich ungereinigtes Ursalz, Steinsalz oder Himalayasalz, weil diese Salze runder und milder schmecken als gereinigtes weißes Salz. Beim Graved Lachs und beim Brathering mache ich das so, um einen geschmacklichen Unterschied zum Industrieprodukt zu schaffen. Auch für die Gemüsebrühe greife ich gern zu Meersalz, Ursalz oder Himalayasalz, weil sie eine feine Mineralnote mitbringen.
Über gebratene Pimientos de Padrón streue ich Fleur de Sel oder grobes Meersalz, kurz bevor sie auf den Tisch kommen. Die groben Flocken bleiben auf der Haut liegen und knistern fein auf der Zunge, das ist der Unterschied zu feinem Salz aus dem Streuer. Normalerweise streut man Fleur de Sel am Tisch über Steak oder Fisch. Als uns in einem Haushalt, in dem ich gekocht habe, das normale Salz ausging, habe ich es kurzerhand für den Krautsalat genommen, und siehe da: Mit diesem Salz wird er besonders fein.
Fleur de Sel bildet sich nur an heißen, windstillen Tagen als hauchdünne Schicht auf der Wasseroberfläche der Salzgärten und wird von Hand abgeschöpft. Bekannt ist es vorallem aus Frankreich, etwa aus der Bretagne und der Camargue.
Streng genommen ist Salz kein Gewürz. Gewürze sind getrocknete Pflanzenteile wie Samen, Früchte, Blätter oder Rinden, Salz dagegen ist mineralischen Ursprungs, ob Steinsalz, Siedesalz oder Meersalz. Es zählt deshalb zu den Würzmitteln.
Einkauf
Beim Salzkauf schaue ich auf die Zutatenliste: Dort steht, ob das Salz rein ist oder Zusätze wie Rieselhilfe oder Jod enthält.
Lagerung und Haltbarkeit
Reines Salz ist bei richtiger Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar, es verdirbt nicht. Sein einziger Feind ist Feuchtigkeit, dann verklumpt es. Am besten lagerst du Salz deshalb trocken und gut verschlossen. Den Salzstreuer halte ich nie über den dampfenden Topf, sonst zieht er Feuchtigkeit und das Salz rieselt nicht mehr.
Sole selbst ansetzen
Für die Sole lege ich einen Himalaya-Salzbrocken, der zum Glas passt, in ein sauberes Glas und fülle mit kaltem Wasser auf. Das Wasser lasse ich vorher lange kalt laufen. Mit Mineralwasser wie Staatlich Fachingen bekommt die Sole noch mehr Geschmack und Dichte.
Die Sole ist flüssiges Salz und damit tropfenweise dosierbar: Du schmeckst beim Kochen ab wie mit Sojasauce, das Salz ist sofort gelöst und verteilt sich gleichmäßig im Gericht. Wichtig ist ein sauber angesetztes Glas: mit Essig reinigen, auch den Deckel, beim Weckglas den Gummi, danach klar nachspülen. Nach 24 Stunden Ruhe ist die Sole fertig zum Abschmecken.
Salz im Kochwasser
Auf 5 Liter Wasser kommen bei mir 2 bis 3 Esslöffel Salz, das Wasser soll nach Meerwasser schmecken. Die Nudel nimmt beim Garen Wasser auf und mit dem Wasser das Salz. Salz auf der fertigen Pasta liegt dagegen außen: Es schmeckt scharf und punktuell, und zwischen zwei salzigen Bissen kommt einer, der nach Mehl schmeckt.
Das Salz gebe ich erst ins kochende Wasser, weil es sich dort schneller auflöst. Bei den Soleiern bringe ich das Wasser im Edelstahltopf zum Sieden und gebe das Salz danach hinein. Grüne Bohnen gare ich in reichlich, kräftig abgeschmecktem Salzwasser, das hält sie grün statt grau. Auch Reis für Salat koche ich in reichlich Salzwasser, dann haben die Körner Platz und kleben nicht.
Salz zieht Wasser: wann ich salze
Salz zieht Wasser, und das entscheidet über den Zeitpunkt. Pilze salze ich erst am Ende, wer zu früh salzt, zieht Wasser aus dem Pilz, bevor die Fläche Farbe hat. Zucchini und Rosenkohl würze ich erst, wenn sie schon Farbe haben. Pommes frites salze ich erst nach dem zweiten Frittieren in einer großen Schüssel, denn Wasser ist im heißen Fett der Gegenspieler jeder Kruste.
Fleisch für den Grill salze ich erst kurz vor dem Grillen. Salzt man zu früh, zieht es Wasser aus dem Fleisch und das Lamm wird trocken. Deshalb kommt in meine Marinaden kein Salz. Beim Rumpsteak ist kurz vor dem Braten in Ordnung: In der kurzen Zeit zieht das Salz noch kein Wasser, es tritt kein Saft aus und die Kruste wird würzig. Jakobsmuscheln salze ich dagegen erst nach dem Braten, damit die Oberfläche schön karamellisiert.
Manchmal will ich genau diesen Effekt. Beim Gurkensalat salze ich die gehobelten Scheiben, lasse sie zehn bis fünfzehn Minuten stehen und drücke das Wasser ab, sonst verdünnt die Gurke später das Dressing. Weißkraut und Rotkohl knete ich mit Salz kräftig mit den Händen durch: Das Salz zieht Wasser, das Kneten bricht die Fasern, und das Kraut wird weich und mild, ganz ohne Kochen. Auf der Pizza salze ich nur die Tomatenscheiben vorher leicht, damit die Pizza nicht durchweicht. Und beim Brathähnchen zieht das Salz vor dem Braten Feuchtigkeit aus der Haut, im Ofen wird sie knusprig statt ledrig.
Abschmecken mit Salz
Salz und Zucker lösen sich nur in der wässrigen Säurephase, im Öl bleiben sie ungelöst. Deshalb würze ich bei jedem Dressing zuerst den Essig oder Zitronensaft mit Salz und Zucker, rühre, bis sich beides aufgelöst hat, und emulgiere erst zuletzt das Öl.
Speck, Sojasoße und Parmesan bringen alle Salz mit, das Gericht wird sonst schnell zu salzig. Bei der Tomatensoße salze ich beim Abschmecken deshalb zurückhaltend und hebe mir den Rest für den letzten Handgriff mit etwas Sojasoße auf. Kassler bringt sein Pökelsalz mit: Ich erwärme es in einer eigenen Brühe, dabei gibt es einen Teil davon ab und wird milder. Matjes ist mir für den Heringssalat etwas zu salzig, ich wässere die Filets vorher 15 Minuten in kaltem Wasser. Brühe schmecke ich immer erst nach dem Kochen ab.
Wofür ich Salz noch nehme
Salz ist bei mir mehr als Würze. Für den Fisch in Salzkruste ist Wolfsbarsch die erste Wahl, Wasser und Salz erzeugen unter Hitze eine betonharte Kruste. Für Papas arrugadas salze ich das Kochwasser nach dem Aufkochen deutlich stärker, bis sich an der Schale die typische Salzkruste mit feinen Kristallen bildet. Soleier ziehen ein paar Tage in einer würzigen Salzlake und werden je nach Lagerzeit immer salziger. Und mein Holzschneidebrett bestreue ich ungefähr einmal pro Woche dick mit Salz und lasse es über Nacht stehen: Das Salz zieht die restliche Feuchtigkeit aus dem Brett, danach reibe ich es mit Öl ein. Wie das geht, zeige ich in der Kochschule unter Holzschneidebrett reinigen.
Häufige Fragen zu Salz
Wie mache ich Sole selbst?
Glas und Deckel mit Essig reinigen, beim Weckglas auch den Gummi, danach klar nachspülen. Einen Himalaya-Salzbrocken ins Glas legen, mit Wasser auffüllen, das du vorher lange kalt laufen lässt, und 24 Stunden stehen lassen. Dann ist die Sole fertig zum Abschmecken.
Was bedeutet Sole?
Sole ist flüssiges Salz, also in Wasser gelöstes Salz. Du kannst sie tropfenweise dosieren und beim Kochen abschmecken wie mit Sojasauce, das Salz ist sofort gelöst und verteilt sich gleichmäßig im Gericht.
Was zieht Salz aus dem Essen?
Wasser. Deshalb salze ich Pilze, Zucchini und Pommes erst am Ende und Grillfleisch erst kurz vorher. Bei Gurken, Krautsalat und Tomaten auf der Pizza nutze ich den Effekt dagegen gezielt.
Wie viel Salz gehört ins Nudelwasser?
Bei mir 2 bis 3 Esslöffel auf 5 Liter Wasser, es soll nach Meerwasser schmecken. Die Nudeln nehmen beim Garen einen Teil davon auf und werden so von innen gewürzt.
Salz ins kalte oder ins kochende Wasser?
Ins kochende Wasser, dort löst es sich schneller auf.
Wann salze ich Fleisch?
Kurz vor dem Braten oder Grillen, nicht lange vorher, denn Salz zieht mit der Zeit Wasser aus dem Fleisch. Marinaden salze ich nicht. Beim Schweinebraten darf die Würze über Nacht einziehen, das Salz kommt erst zum Garen dazu.
Wofür nehme ich Fleur de Sel?
Als Finish: Die zarten Flocken kommen erst direkt vor dem Servieren aufs Gericht, dort schmelzen sie nicht weg und geben einen feinen Knack, zum Beispiel auf Bratpaprika, Zucchini-Carpaccio oder Steak.
Welches Salz nehme ich zum Kochen?
Feines Salz, es löst sich schnell und lässt sich gleichmäßig dosieren. Für Beizen und Brühen nehme ich gern ungereinigtes Ursalz, Steinsalz oder Himalayasalz, grobe Kristalle und Brocken gehören in die Mühle oder ins Sole-Glas.
Wo Salz die Hauptrolle spielt












Mein schnellstes Salz-Rezept für zwischendurch

Salz-Sole zum Würzen
Zutaten
- 1 Himalaya-Salzbrocken, passend zum Glas
- kaltes Wasser
- Essig zum Reinigen des Glases
Zubereitung
- Glas und Deckel mit Essig reinigen, beim Weckglas auch den Gummi, danach mit klarem Wasser nachspülen.
- Wasser lange kalt laufen lassen. Salzbrocken ins Glas legen, mit dem Wasser auffüllen und 24 Stunden stehen lassen. Danach ist die Sole ideal zum Abschmecken beim Kochen.
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