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Schokolade und Kuvertüre

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Schokolade temperieren

Schokolade und Kuvertüre stehen bei mir in der Küche nebeneinander, aber sie haben verschiedene Aufgaben. Kuvertüre nehme ich zum Überziehen und Glasieren, Schokolade für Teig, Creme und Sauce. Hier zeige ich dir, wie ich beides schneide, schmelze und temperiere.

Kuvertüre oder Schokolade: der Unterschied in der Küche

Für mich als Koch ist Kuvertüre nicht einfach eine andere Packung Schokolade. Kuvertüre enthält mehr Kakaobutter und ist nach dem Schmelzen flüssiger. Genau das brauche ich, wenn etwas überzogen, glasiert oder getaucht wird: Die Masse läuft gleichmässig und legt sich dünn um Kugeln, Kekse und Kuchen.

Kuvertüre: zum Überziehen und Glasieren

Kuvertüre nehme ich, wenn die Schokolade außen sitzt und glänzen soll. Für Cake Pops schneide ich sie fein und schmelze sie im Wasserbad in einer Porzellanschüssel, dann tauche ich die Kugeln vollständig hinein. Auch Kugeln aus Kuchenresten glasiere ich in Kuvertüre. Für die klassische Ganache, auch Pariser Creme genannt, verbinde ich einen Teil Sahne mit zwei Teilen Kuvertüre.

Schokolade: im Teig, in der Creme, in der Sauce

Schokolade ist beim Bruch knackiger als Kuvertüre, bei der Verarbeitung aber etwas zäher. Für meine Brownies schneide ich dunkle Schokolade klein und schmelze sie, für die Mousse au Chocolat nehme ich Zartbitterschokolade.

Sorten: Zartbitter, Vollmilch und weiße Schokolade

Zartbitter und dunkle Schokolade

Je höher der Kakaoanteil, desto intensiver der Geschmack. Für die Mousse au Chocolat sorgt Zartbitterschokolade mit etwa 60 bis 70 Prozent Kakaoanteil für den besten Geschmack. In eine Sauce kommt bei mir ein kleines Stück dunkle Zartbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakao. Ins Schokoladeneis gehört dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, und bei Brownies sorgt eine kräftige Zartbitterschokolade dafür, dass sie nach echter Schokolade schmecken und nicht nach Zucker.

Vollmilchschokolade

Vollmilch wird milder und süßer, Zartbitter gibt eine kräftige, leicht bittere Note. In der Mousse au Chocolat macht Vollmilchschokolade die Masse weicher und süßer, nimmt ihr aber die Eleganz. Im Eis geht sie auch, dann wird es deutlich süßer und der Kakaoton verschwindet. Gut passt sie dagegen zu Mandeln in Haferkeksen oder zum Tunken von Kokosmakronen.

Weiße Schokolade und weiße Kuvertüre

Weiße Schokolade schmelze ich besonders sanft, bei niedriger Temperatur und höchstens lippenwarm. Als Topping verrühre ich weiße Kuvertüre mit Frischkäse, zum Beispiel auf der Kirschtarte. Weiße Schokolade und Frischkäse passen auch ideal zum Mohn. Bei Lebkuchen ist weiße Schokolade gerade modern und beliebt, traditionell nimmt man dunkle.

Dunkle Kuvertüre ohne Milchanteil

Soll ein Dessert ohne Milchprodukte auskommen, muss die dunkle Kuvertüre wirklich ohne Milchanteil sein. Helle Sorten und Vollmilchschokolade enthalten Milchpulver und fallen damit aus der Rechnung.

Vorbereiten: klein schneiden, fein reiben

Erst schneiden, dann schmelzen

Schokolade und Kuvertüre schneide ich vor dem Schmelzen immer klein, am Besten mit einem scharfen Kochmesser auf dem Schneidebrett. Gleichmäßig kleine Stücke schmelzen besser und gleichmäßiger.

Reiben und raspeln für Deko

Zum Bestreuen reibe oder raspele ich Zartbitterschokolade frisch, etwa über die Sahnehaube beim Schwarzwälder Kirsch-Dessert, wo sie herbe Akzente setzt. Fein gehobelt wird daraus ein Regen aus Schokoladenröllchen. Weiße Schokolade für Kokoskugeln reibe ich geduldig fein, am besten mit einem elektrischen Küchengerät, das spart Zeit und gibt eine gleichmäßige Masse.

Schmelzen: langsam und nie zu heiß

Schokolade schmelze ich immer langsam, im Wasserbad oder direkt im Topf bei niedriger Herdstufe, bei mir Stufe 2 von 9. Für die Brownies geht auch die Mikrowelle.

Das Wasserbad

Eine Edelstahl- oder Porzellanschüssel auf einen Topf mit warmem Wasser setzen. Das Wasser darf dabei nicht kochen. Die klein geschnittene Schokolade in der Schüssel langsam schmelzen lassen.

Lippenwarm, wenn Kaltes dazukommt

Kommt geschmolzene Schokolade zu kalten Zutaten, etwa zu Früchten, Crème fraîche oder Sahne, darf sie nur lippenwarm sein. Bei meiner Schokoladencreme rühre ich deshalb zuerst die Crème fraîche in die lippenwarme Schokolade und hebe dann erst die kalte Sahne unter.

Temperieren: für Glanz und knackigen Bruch

Jeder wünscht sich eine glänzende Glasur auf dem Kuchen, die trotzdem fest wird. Dafür wird die Schokolade temperiert. Richtig temperierte Schokolade bekommt nach dem Erstarren den schönen Glanz und den knackigen Bruch, und als Glasur wird sie zuverlässig fest, auch ohne Kühlschrank, es dauert dann nur etwas länger.

So temperiere ich Schokolade

Schokolade oder Kuvertüre in kleine Stücke schneiden und ein Drittel davon beiseitelegen. Die übrigen zwei Drittel langsam schmelzen, im Topf bei niedrigster Herdstufe unter Rühren oder im Wasserbad bei etwa 45 °C. Dann vom Herd nehmen und das restliche Drittel einrühren. Zum Schluss die Schokolade nur ganz kurz noch einmal erwärmen, bis dunkle Schokolade etwa 31 bis 33 °C erreicht hat. Damit ist das Temperieren beendet, die Glasur sofort verarbeiten.

Dunkel und weiß

Beide Sorten lassen sich temperieren. Weiße Schokolade temperierst du etwas kühler, lippenwarm ist hier die gute Kontrolle ohne Thermometer. Wer genau arbeiten will, nimmt ein Küchenthermometer, denn bei wenigen Grad Unterschied entscheidet sich, ob die Glasur glänzt oder matt wird.

Mehr Glanz, schneller fest

Etwas Butter in der Glasur unterstützt den Glanz, so mache ich es bei meinen Brownies. Bei Cake Pops rühre ich 3 bis 5 Prozent Kokosfett ein, das macht die Glasur besonders glänzend. Temperierte Glasur muss nicht zwingend in den Kühlschrank. Soll es schnell gehen, stelle ich den Kuchen trotzdem kalt, dann wird die Auflage sicher fest.

Wofür ich Schokolade und Kuvertüre nehme

Am häufigsten landet Schokolade bei mir als Glasur auf dem Kuchen. Für den Brownie mit Schokoladenglasur nehme ich dunkle Schokolade für den Teig und noch einmal für die temperierte Glasur. Auch Marmorkuchen, Lebkuchen, Cake Pops und Kokosmakronen bekommen ihren Schokoladenüberzug. Bei Desserts trägt die Schokolade den Geschmack: in der Mousse au Chocolat, in der Ganache meiner Schokotarte und in der Schokoladencreme, für die ich die Bitterschokolade lippenwarm mit Crème fraîche verbinde.

Weniger bekannt ist Schokolade in herzhaften Saucen. Ein kleines Stück dunkle Zartbitterschokolade gibt dunklen Saucen mehr Kraft, im Hirschragout zusammen mit einer Prise Zimt und etwas Lebkuchengewürz, ohne die Sauce süß zu machen. Auch Rouladen und Kalbsbraten verfeinere ich so: die reduzierte Sauce mit kalter Butter und wenig Zartbitterschokolade aufmixen. Und für Obstkuchen gibt es einen Trick aus der Konditorei: Eine hauchdünne Schicht geschmolzene weiße Schokolade auf dem Obstboden versiegelt ihn, bevor die Creme daraufkommt, so weicht er nicht durch.

Häufige Fragen zu Schokolade und Kuvertüre

Was ist der Unterschied zwischen Kuvertüre und Schokolade?

Kuvertüre enthält mehr Kakaobutter und ist nach dem Schmelzen flüssiger, deshalb nehme ich sie zum Überziehen, Tauchen und Glasieren. Schokolade ist beim Bruch knackiger, bei der Verarbeitung aber etwas zäher.

Wie schmelze ich Schokolade richtig?

Erst klein schneiden, dann langsam schmelzen: im Wasserbad in einer Edelstahl- oder Porzellanschüssel über warmem, nicht kochendem Wasser oder im Topf bei niedriger Herdstufe. Kommt sie danach zu kalten Zutaten, darf sie nur lippenwarm sein.

Warum muss man Schokolade temperieren?

Richtig temperierte Schokolade bekommt nach dem Erstarren Glanz und einen knackigen Bruch. Als Glasur wird sie zuverlässig fest, auch ohne Kühlschrank.

Bei welcher Temperatur temperiere ich Schokolade?

Zwei Drittel der Schokolade schmelze ich im Wasserbad bei etwa 45 °C, rühre das restliche Drittel ein und erwärme dann kurz, bis dunkle Schokolade etwa 31 bis 33 °C hat. Weiße Schokolade temperierst du etwas kühler, lippenwarm ist die Kontrolle ohne Thermometer.

Muss eine Schokoladenglasur in den Kühlschrank?

Eine temperierte Glasur nicht. Sie wird auch so fest, es dauert nur etwas länger. Wenn es schnell gehen soll, stelle ich den Kuchen kalt, dann wird die Auflage sicher fest.

Welche Schokolade nehme ich für Mousse au Chocolat?

Zartbitterschokolade mit etwa 60 bis 70 Prozent Kakaoanteil. Vollmilchschokolade macht die Mousse weicher und süßer, nimmt ihr aber die Eleganz.

Warum kommt Schokolade in eine Sauce?

Ein kleines Stück dunkle Zartbitterschokolade gibt dunklen Saucen mehr Kraft, zum Beispiel bei Wildragout, Rouladen oder Kalbsbraten. Ich nehme dafür Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakao, so wird die Sauce runder, ohne süß zu werden.

Schokolade aus meiner Küche

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