Frikadellen, Fleischpflanzerl, Hackbraten oder eine Bolognese: Hackfleisch ist die Basis vieler Klassiker. Saftig wird es durch das richtige Hack, eine gute Masse und die richtige Hitze. Hier findest du, welches Hackfleisch ich wofür nehme, wie die Masse gelingt und wie du brätst, im Ofen garst und röstest, dazu meine Rezepte mit Hackfleisch.
Welches Hackfleisch wofür
Für Frikadellen und Hackbraten nehme ich gemischtes Hack aus Rind und Schwein mit einem Fettanteil von etwa 20 Prozent. Das Fett hält die Masse beim Braten saftig und gibt Geschmack. Für Fleischpflanzerl halb Rind, halb Schwein.
Reines, sehr mageres Rinderhack wird fester und trockener, gerade wenn es einen Moment zu lange in der Pfanne liegt. Für mein Ragout Bolognese nehme ich dagegen bewusst mageres Rinderhack, damit schmeckt es am Besten.
Wer es edler mag, macht Fleischpflanzerl aus Kalbshackfleisch. Geflügelhack muss in der Mitte 74 °C erreichen, gemischtes Hack 72 °C.
Königsberger Klopse mache ich klassisch mit gemischtem Hackfleisch vom Rind und Schwein, für eine besonders feine Variante eignet sich mageres Kalbshackfleisch. In die Lasagne kommt Rinderhack, halb Rind und halb Schwein funktioniert aber auch. Moussaka macht man im Original mit Lamm- oder Hammelhackfleisch. Für den Hackfleischsalat im Thai Style nehme ich Rinderhack, wahlweise auch Schwein, halb und halb oder Puten- und Hähnchenhack. Statt Hackfleisch funktioniert in Lasagne und Hackfleischsoße auch Veggie-Hack.
Einkauf und Frische
Ich kaufe Hackfleisch so frisch wie möglich, am besten direkt in der Metzgerei, und verarbeite es noch am selben Tag, spätestens binnen 24 Stunden. Bis zur Verarbeitung bleibt es im Kühlschrank und steht nicht in der warmen Küche.
Frische Ware von der Fleischtheke ist besser als verpacktes Hackfleisch. Nach dem Einkauf kommt das Hackfleisch bei mir direkt in den Kühlschrank.
Wird Hackfleisch im Inneren grau oder bräunlich, ist das allein noch kein Zeichen, dass es verdorben ist. Die rote Farbe entsteht erst, wenn der Muskelfarbstoff mit Sauerstoff in Berührung kommt, innen fehlt der Sauerstoff. Entscheidend sind Geruch und Oberfläche: Riecht das Hack säuerlich oder faulig oder fühlt es sich schmierig an, verwende ich es nicht mehr.
Lagerung: warum Hack so schnell weg muss
Hackfleisch hat eine große Oberfläche und verdirbt schneller als ein ganzes Stück. Deshalb gilt bei mir: Hackfleisch vom Metzger immer innerhalb von 24 Stunden verarbeiten und durchgaren. Die fertige Hackfleischsauce lässt sich gut einfrieren, am besten portionsweise und ohne Pasta. Die Arbeit ist bei 500 g Hackfleisch dieselbe wie bei der doppelten Menge, ein Topf reicht bei mir für drei Abende.
Bis zur Verarbeitung lege ich das Hackfleisch in die kälteste Zone des Kühlschranks: hinten auf die Glasplatte direkt über dem Gemüsefach.
Rohes Hackfleisch kannst du einfrieren, am besten gleich nach dem Einkauf. Ich empfehle dir, es portionsweise flach in Gefrierbeutel zu drücken, so friert es schneller durch und taut gleichmäßig auf. Bei minus 18 °C hält es höchstens etwa drei Monate, fettreiches Hack kürzer. Aufgetaut wird es langsam im Kühlschrank, am besten über Nacht. Danach verarbeitest du es direkt und frierst es nicht noch einmal ein.
Vorbereiten: die Masse
Die eingeweichte Semmel ist kein Streckmittel, sondern das, was Frikadellen und Bällchen saftig hält, auch kalt. Am besten frische Bäcker- oder Kaisersemmeln, kein Paniermehl, das bindet anders. Zu wenig Semmel, und die Masse wird fest, zuviel, und sie fällt auseinander. Das Ei bindet, mehr Eier machen die Masse aber nicht saftiger, sondern fester: Ein Ei auf ein halbes Kilo Fleisch reicht. Majoran gibt den typischen, leicht herben Kräuterton, mittelscharfer Senf eine feine Schärfe im Hintergrund.
Auf 300 Gramm Hackfleisch nehme ich zwei Semmeln und rund 180 Milliliter Milch. Die weiche Semmel hält die Masse locker, statt dass sie dicht und gummiartig wird. Semmelbrösel ziehen dagegen nach wenigen Minuten an, die Masse wird dann sehr fest und trocken. Zwiebel und eine halbe Knoblauchzehe würfle ich fein, schwitze sie in etwas Butter farblos an und gebe sie leicht abgekühlt dazu: Heiße Zwiebeln binden mit dem rohen Hackfleisch nicht gut. Hackmasse braucht eine beherzte Würze, sonst schmeckt sie flach. Dann alles mit den Händen gut, aber nicht zu lange vermengen und ein kleines Probe-Bällchen braten.
Für den Hackbraten forme ich das Hackfleisch zu einem länglichen Laib und streiche ihn mit feuchter Hand glatt. Für den Falschen Hasen drücke ich die Masse zu einem Rechteck, lege gepellte gekochte Eier in einer Reihe in die Mitte und schlage das Fleisch von beiden Seiten darüber.
Garen: braten, im Ofen, rösten
Der häufigste Grund für trockene Frikadellen ist zu viel Hitze. Ich brate sie bei mittlerer Hitze in Ruhe durch, dann bleiben sie innen saftig und außen goldbraun. Im Ofen gare ich sie bei 140 °C Heißluft, ab 150 °C gehen sie stark auf: kleine, flache nach gut 30 Minuten, große nach etwa 45. Forme sie gleich groß, damit alle gleichzeitig gar werden. Frikadellen im Ofen. Für Soßen wie die Bolognese muss das Hack braun rösten, nicht grau im eigenen Saft garen, denn was einmal grau gegart hat, wird auch nach 35 Minuten Köchelzeit nicht mehr braun. Bolognese mit geröstetem Hackfleisch
Ich erhitze Olivenöl und Butter in der Pfanne, verteile das Hackfleisch darin und lasse es kurz liegen, statt sofort zu rühren. Krümelig und richtig braun soll es werden, das gibt die Röstaromen. Erst wenn es Farbe angenommen hat, kommen Zwiebel, Knoblauch und Suppengemüse dazu und schwitzen 10 Minuten mit. Für den frischen Ton koche ich die Hackfleischsauce kurz vor dem Servieren noch einmal auf, ziehe den Topf vom Herd und reibe für 500 g Hackfleisch den Abrieb einer halben Zitrone hinein.
Wofür ich Hackfleisch nehme
Frikadellen, Buletten, Bratklopse, Fleischpflanzerl, Fleischlaberl oder Fleischküchle meinen im Grunde dasselbe Gericht: gebratene flache Klöße aus Hackfleisch, je nach Region anders geformt und gewürzt. Meine Frikadellen brate ich seit meiner Kochausbildung nach demselben Prinzip: gemischtes Hackfleisch, eingeweichtes Brötchen, Ei und kräftige Würze. Für die Königsberger Klopse binden eingeweichte und ausgedrückte Semmeln die Masse und machen die Klopse zart. Den Hackbraten esse ich warm mit Beilage oder kalt aufgeschnitten auf dem Brot. Meine Hackfleischsoße köchelt mit Rinderhack, Tomaten, Tomatenmark und Kräutern zu einer kräftigen Basis für Pasta und Lasagne, in der jede Lage Hackfleischsauce und Béchamel abbekommt.
Häufige Fragen zu Hackfleisch
Welches Hackfleisch nehme ich für Frikadellen?
Gemischtes Hack aus Rind und Schwein mit einem Fettanteil von etwa 20 Prozent. Das Fett hält die Masse beim Braten saftig und gibt Geschmack. Reines, sehr mageres Rinderhack wird fester und trockener.
Wie lange ist Hackfleisch haltbar?
Hackfleisch verarbeite ich noch am selben Tag, spätestens innerhalb von 24 Stunden, und gare es durch. Bis dahin bleibt es im Kühlschrank. Weil es eine große Oberfläche hat, verdirbt es schneller als ein ganzes Stück.
Warum werden meine Frikadellen trocken?
Der häufigste Grund ist zu viel Hitze. Brate sie bei mittlerer Hitze in Ruhe durch. Auch zu mageres Hack, zu wenig eingeweichte Semmel oder Semmelbrösel statt Semmel machen die Masse fest und trocken.
Semmel oder Paniermehl in die Hackmasse?
Eingeweichte Semmel. Am besten frische Bäcker- oder Kaisersemmeln, sie halten Frikadellen und Bällchen saftig, auch kalt. Paniermehl bindet anders: Die Brösel ziehen nach wenigen Minuten an, die Masse wird dann sehr fest und trocken.
Wie viele Eier kommen in die Hackmasse?
Das Ei bindet, mehr Eier machen die Masse aber nicht saftiger, sondern fester. Für meine Frikadellen reicht ein Ei auf ein halbes Kilo Fleisch.
Warum wird Hackfleisch in der Pfanne grau?
Wenn es im eigenen Saft gart, statt zu rösten. Verteile das Hack in der heißen Pfanne und lass es kurz liegen, statt sofort zu rühren, bis es krümelig und braun ist. Was einmal grau gegart hat, wird auch beim langen Köcheln nicht mehr braun.
Welche Kerntemperatur braucht Hackfleisch?
Gemischtes Hack muss in der Mitte 72 °C erreichen, Geflügelhack 74 °C.
Kann man Hackfleischsoße einfrieren?
Ja, die Hackfleischsauce lässt sich gut einfrieren, am besten portionsweise und ohne Pasta.
Frikadellen, Pflanzerl und Hackbraten








Hackfleisch in Soße, Pasta und Auflauf





Mein Grundrezept: Hackmasse

Hackmasse
Zutaten
- 300 g Hackfleisch
- 1 Zwiebel
- 1/2 Knoblauchzehe
- 10 g Butter
- 180 ml Milch
- 2 Semmeln
- 1/2 Bund Petersilie
- 1 EL Majoran
- 1 Ei
- 2 TL mittelscharfer Senf
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Die Semmeln klein würfeln, in der heißen Milch einweichen, bis sie sich vollgesaugt haben, und gut ausdrücken.
- Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, in der Butter farblos anschwitzen und leicht abkühlen lassen.
- Hackfleisch, Semmeln, Zwiebeln, Ei, fein geschnittene Petersilie, Majoran und Senf mit Salz und Pfeffer gut vermengen und ein kleines Probe-Bällchen braten.
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