Pfeffer steht bei mir neben dem Salz am Herd, meistens frisch aus der Mühle. Welchen ich nehme, entscheidet das Gericht: Schwarzer Pfeffer bringt pikante Schärfe, weißer ist feiner und bleibt in hellen Saucen unsichtbar, grüner aus der Lake ist mild-würzig. Hier findest du, wie sich die Sorten unterscheiden, warum rosa Pfefferbeeren kein echter Pfeffer sind, und meine Rezepte, in denen Pfeffer den Ton angibt.
Pfeffersorten und wofür ich sie nehme

Frisch gemahlen gibt er pikante Schärfe und fruchtige Noten. Im Gericht sieht man die schwarzen Punkte, im grünen Kohl stört das nicht. Grob gemahlen streue ich ihn auch obenauf.

Er hat ein feineres, leichteres Aroma und hinterlässt keine dunklen Pünktchen. Deshalb nehme ich ihn für helle Suppen, Sahnesaucen, Hollandaise, Dips und Fisch.

Die grünen Pfefferkörner aus der Lake sind mild-würzig statt feurig. Im Hirschpfeffer sind sie die Geschmacksbasis, wer es schärfer mag, gibt am Ende frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer dazu.

In der Mischung stecken meist schwarze, weiße und grüne Pfefferkörner, dazu rosa Pfefferbeeren. Echter Pfeffer und Beeren also gemischt.

Auch Schinusbeeren genannt. Sie wachsen am Pfefferbaum aus Brasilien und Peru und sind botanisch kein echter Pfeffer. Sie schmecken mild, leicht süßlich und fruchtig, die typische Pfefferschärfe fehlt weitgehend. Ich nehme sie zu Fisch, hellen Saucen, Salaten und Käse, auch zu Desserts und Schokolade.

Der Kleine Lange Pfeffer, botanisch Piper longum, heißt auch Kleiner Stangenpfeffer und kommt aus Indien und Nepal. Er schmeckt warm, süßlich-scharf und erdig, mit Kakao- und Röstnoten.
Weißer Pfeffer hält die Sauce optisch hell, schwarzer setzt sichtbare Akzente. Zu Sahnesaucen und cremigen Rahmgerichten nehme ich weißen, mehr dazu bei den kalten Saucen ohne Mayonnaise.
Echter roter Pfeffer sind die vollreif und rot geernteten Früchte des echten Pfeffers. Er ist deutlich seltener als schwarzer, weißer oder grüner Pfeffer und schmeckt pfeffrig-scharf mit einer fruchtig-süßlichen Note. Die rosa Beeren aus der bunten Mischung sind etwas anderes, die beiden werden oft verwechselt.
Grünen Pfeffer nehme ich dort, wo schwarzer zu kräftig wäre. Im Spargelsalat mit Erdbeeren passt er statt schwarzem Pfeffer besonders gut, weil er milder und blumiger im Aroma ist. Im Hirschpfeffer kommen die grünen Körner aus der Lake zusammen mit einer fein gewürfelten Zwiebel direkt zum angebratenen Fleisch, und sie bleiben zusammen mit dem Rotwein die Geschmacksbasis. Auch in eine Sauce zur Entenbrust passen grüne Pfefferkörner.
Schwarzer, weißer, grüner und roter Pfeffer stammen alle von derselben Kletterpflanze, Piper nigrum. Den Unterschied machen Erntezeitpunkt und Verarbeitung: Für schwarzen Pfeffer werden die Früchte unreif geerntet und getrocknet, bis sie schwarz und runzelig sind. Für weißen Pfeffer werden reife Früchte in Wasser eingeweicht und von der äußeren Schicht befreit. Grüner Pfeffer sind unreif geerntete Früchte, die meist in Lake eingelegt werden.
Einkauf
Beim Einkauf greife ich zu ganzen Pfefferkörnern und kaufe lieber kleine Mengen. Gemahlener Pfeffer verliert sein Aroma schneller, weil beim Zerkleinern die ätherischen Öle entweichen. Ich empfehle dir deshalb, die Körner erst kurz vor der Verwendung zu mahlen.
Lagerung und Haltbarkeit
Am besten lagerst du Pfeffer trocken, dunkel und kühl in einem luftdicht verschlossenen Glas oder einer Dose. Den Platz direkt über dem Herd meide ich, denn Wärme und Kochdampf schaden dem Gewürz. So gelagert halten ganze Körner ihr Aroma mehrere Jahre, gemahlenen Pfeffer verbrauche ich nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres.
Vorbereiten: mahlen, zerstoßen, ganz lassen
Für Pfeffer habe ich mehrere Pfeffermühlen, frisch gemahlene Gewürze machen einen echten Unterschied. Schon ein paar Umdrehungen aus der Mühle setzen einen Gegenpunkt.
Eine Umdrehung aus der Pfeffermühle ist keine feste Einheit, lässt sich aber gut wiederholen und dosieren. Ich würze in kleinen Schritten und taste mich heran. Für die Tomatensauce auf der Pizza rechne ich zum Beispiel mit 5 Prisen Salz, 5 Prisen schwarzem Pfeffer und 3 Prisen Zucker für eine Dose stückige Tomaten.
Grob gehackter Pfeffer oder Steakpfeffer setzt herzhafte Akzente, zum Beispiel auf Fingerfood-Spießchen.
In Brühen, Fonds und Beizen kommen die Körner im Ganzen hinein. Für den Kalbsfond gebe ich Pfefferkörner mit Lorbeer, Nelken, Wacholder und Tymian dazu, für den Pochiersud mit Lorbeer, Petersilien- und Thymianstängeln und etwas Weißwein. In der Beize für den Sauerbraten koche ich Pfefferkörner mit Wurzelgemüse, Lorbeer, Nelken und Wacholderbeeren in Rotwein und Essig auf. Für die Reduktion einer Hollandaise oder Béarnaise drücke ich die Pfefferkörner vorher an. Für den Pfefferschaum zur Kalbsleber röste ich 1 TL weiße Pfefferkörner kurz in etwas Öl an, bevor Flüssigkeit dazukommt.
Beim Garen: wann ich pfeffere
Bei Jakobsmuscheln salze und pfeffere ich erst nach dem Braten, damit die Oberfläche schön karamellisiert.
Steaks würze ich erst mit Salz und Pfeffer, wenn sie Farbe haben. Fischfilets lege ich trocken und würze sie erst kurz vor dem Braten mit Salz und Pfeffer. Pochierte Eier würze ich lieber kurz vor dem Servieren. Schmorgerichte wie Rindergulasch schmecke ich erst am Ende mit Salz, Pfeffer und einer Prise frisch gemahlenem Piment ab. Beim bayerischen Schweinebraten ist es umgekehrt: Das Fleisch darf mit schwarzem Pfeffer, Kümmel, Paprika und Knoblauch über Nacht durchziehen, das Salz kommt erst zum Garen dazu.
Für ein Dressing verrühre ich Essig oder Zitronensaft zuerst mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf Zucker, bis sich alles aufgelöst hat. Erst danach rühre ich das Öl ein. Auch beim Rindfleischsalat kommen alle Gewürze wie Salz, Pfeffer und Zucker zuerst in den Essig.
Fein gemahlener Pfeffer verbrennt bei starker Hitze leicht und schmeckt dann bitter, außerdem gehen Aroma und Schärfe verloren. Deshalb würze ich mit Pfeffer erst nach dem scharfen Anbraten oder gegen Ende der Garzeit.
Pfeffer im Zusammenspiel
Cayennepfeffer und Pfeffer ergänzen sich: Pfeffer würzt vorn, Cayennepfeffer bringt eine dezente Schärfe in den hinteren Gaumenbereich.
Für Suppeneinlagen wie Grießnockerl, Butternockerl, Markklößchen, Leberspätzle oder Eierstich würze ich mit Salz, weißem Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss. Die Kombination aus Salz, Pfeffer und Muskat gehört auch an Kartoffelbrei, an frischen Spinat und an Schwarzwurzeln.
In einer Grillmarinade trägt das Öl die fettlöslichen Aromen aus Kräutern, Knoblauch und Pfeffer und legt sie gleichmässig um das Grillgut. Ich würze das Grillgut deshalb zuerst mit Salz und Pfeffer und lege es pur auf, so schmeckst du den Pfeffer und die Würze einzeln heraus.
Wofür ich Pfeffer nehme
Schwarzer Pfeffer gehört bei mir an kräftige Gerichte: an den Schweinebraten, an Entenkeulen, an die BBQ-Würzung für Rippchen und an Röstis. Auf dem überbackenen Toast mit Schinken schmeckt schwarzer Pfeffer besser als weißer. Weißen Pfeffer nehme ich für Fisch wie Seezunge, Skrei oder Jakobsmuscheln, für Spiegeleier, für Tomatenwürfel auf Canapés und für den Sauerrahm-Dip, weil er keine dunklen Pünktchen in der Creme hinterlässt. Beim grünen Spargel passt frisch gemahlener Pfeffer dazu, beim weißen lasse ich ihn meist weg, damit die Süße nicht überdeckt wird. Die rosa Pfefferbeeren setze ich auf den Spargelsalat, wo sie fruchtige Schärfe obenauf bringen, und in den Traubensalat, wo ihr fruchtig-süßlicher Geschmack zu Balsamico und Trauben passt.
Herkunft
Echter Pfeffer stammt aus dem Südwesten Indiens, von der Malabarküste und den Westghats. Heute kommt der meiste Pfeffer aus Vietnam, angebaut wird er außerdem unter anderem in Indonesien, Indien und Brasilien.
Häufige Fragen zu Pfeffer
Was ist der Unterschied zwischen schwarzem und weißem Pfeffer?
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer bringt pikante Schärfe und fruchtige Noten, seine dunklen Punkte sieht man im Gericht. Weißer Pfeffer schmeckt feiner und leichter und bleibt unsichtbar. Deshalb nehme ich ihn für helle Suppen, Sahnesaucen, Hollandaise, Dips und Fisch.
Ist rosa Pfeffer echter Pfeffer?
Nein. Rosa Pfefferbeeren, auch Schinusbeeren genannt, wachsen am Pfefferbaum aus Brasilien und Peru und sind botanisch kein echter Pfeffer. Sie schmecken mild, leicht süßlich und fruchtig, die typische Pfefferschärfe fehlt weitgehend.
Ist roter Pfeffer dasselbe wie rosa Pfeffer?
Nein, die beiden werden oft verwechselt. Echter roter Pfeffer sind die vollreif und rot geernteten Früchte des echten Pfeffers, er schmeckt pfeffrig-scharf mit einer fruchtig-süßlichen Note. Die rosa Beeren aus der bunten Mischung sind etwas anderes.
Wofür nimmt man grünen Pfeffer?
Grüner Pfeffer aus der Lake ist mild-würzig statt feurig. Ich nehme ihn für den Hirschpfeffer, für Saucen zur Entenbrust und im Spargelsalat mit Erdbeeren, wo er milder und blumiger ist als schwarzer Pfeffer.
Pfeffert man Fleisch vor oder nach dem Braten?
Steaks würze ich erst, wenn sie Farbe haben, Jakobsmuscheln erst nach dem Braten, damit die Oberfläche schön karamellisiert. Fischfilets würze ich kurz vor dem Braten. Schmorgerichte schmecke ich am Ende mit Salz und Pfeffer ab.
Warum lohnt sich frisch gemahlener Pfeffer?
Frisch gemahlene Gewürze machen einen echten Unterschied. Ich habe deshalb mehrere Pfeffermühlen, schon ein paar Umdrehungen setzen einen Gegenpunkt.
Wann nehme ich ganze Pfefferkörner?
Für alles, was lange zieht oder hinterher passiert wird: Brühen, Fonds, Pochiersud, Beizen und die Reduktion für Hollandaise oder Béarnaise. Dort kommen die Körner im Ganzen oder leicht angedrückt hinein.
Wie lagere ich Pfeffer richtig?
Trocken, dunkel und kühl in einem luftdicht verschlossenen Glas oder einer Dose, nicht direkt über dem Herd. Ganze Körner halten so ihr Aroma mehrere Jahre, gemahlenen Pfeffer verbrauche ich nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres. Am meisten Aroma hast du, wenn du die Körner erst kurz vor dem Würzen mahlst.
Rezepte, in denen Pfeffer den Ton angibt







Aus meiner Küche: Pfefferbutter

Pfefferbutter
Zutaten
- 100 g weiche Butter
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 1/2 TL Salz
- 1 TL Zitronensaft
Zubereitung
- Die Pfefferkörner im Mörser grob zerstoßen.
- Mit der weichen Butter, dem Salz und dem Zitronensaft verrühren.
- Abschmecken und bis zum Servieren kalt stellen.
Noch keine Bewertung
Weitere Zutaten im Lexikon
Neue Rezepte und Küchenwissen direkt von mir: Kochideen-Newsletter bestellen


